Ein weiteres Wochenende in Hamburg

Freitag 09. Juni 2017



Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war reichlich kurz. Bereits um 4:32 Uhr bestiegen wir den Schnellbus an der Endhaltestelle in Burgaltendorf. Am Essener Hauptbahnhof blieb noch genügend Zeit um uns beim Bäcker mit Reiseproviant einzudecken. Und dann warteten bereits Alfred und Marion, die uns an diesem Wochenende nach Hamburg begleiteten, am Busbahnhof auf uns. Auch der Reisebus der Firma Hafermann-Reisen stand schon bereit. So ging es nach der Verladung des Reisegepäcks mit Zwischenstopps in Witten und Münster pünktlich in Richtung Hamburg. Busfahrer Uli, Reiseleiter Siggi und Bordhund Kira gaben alles, um uns ein kurzweiliges Wochenende zu bereiten.



In Hamburg angekommen ging es für uns nach einer Fahrt durch die Hafencity und an der endlich fertiggestellten Elbphilharmonie  (Elfie genannt) vorbei erst einmal zur obligatorischen Barkassenfahrt durch den Hamburger Hafen.



Zur Vermeidung größerer Verschmutzungen der genutzten Barkasse musste das Herrengedeck, bestehend aus einem köstlichen Matjesbrötchen und einem nicht minder köstlichen ASTRA Urtyp, bis zu unserer Ausschiffung warten.



Untergebracht waren wir im IBIS-Hotel. Dieses liegt in unmittelbarer Nähe zum Hamburger Hauptbahnhof. Und dorthin führte uns dann auch gleich unser erster Spaziergang. Dieser wurde dann allerdings aufgrund eines heftigen Regenschauers spontan beendet. Für den Rückweg zum Hotel nutzten wir daher ein Taxi.



Nach einem abendlichen Dreigang-Menü im Hotel, haben wir uns, ausgerüstet mit den Jack Wolfskin-Überlebensjacken,  erneut ins typisch hanseatische Wetter hinausgewagt. Über die Mönckebergstraße (Alfred hat uns wiederholt auf das hier jährlich stattfindende Radrennen hingewiesen, bei dem allerdings keine E-Bikes zugelassen sind) ging es zum Hamburger Rathaus und von dort weiter zur Binnenalster. Mit einem tollen Blick auf das Gewässer nebst imposanter Wasserfontäne konnten wir dort auf der regennassen Bestuhlung eines schicken Eiscafes den Abend geniessen, bis uns ein weiterer Schauer zum Aufbruch und zum Verschliessen der Überlebensjacken zwang.



Samstag 10. Juni 2017

Am zweiten Tag unseres Hamburgaufenthalts konnten wir es morgens etwas gemütlicher angehen, es blieb genügend Zeit für ein ausführliches Frühstück. So gestärkt und einigermaßen ausgeruht konnte es dann auf die geplante Stadtrundfahrt gehen.



Erstes Ziel war der Michel, Hamburgs bekanntestes Wahrzeichen, welches die in den Hafen einlaufenden Schiffe bereits aus einiger Entfernung begrüßt.



Beim sogenannten "Michel" handelt es sich um die Hauptkirche der Hansestadt: St. Michaelis. Besonders beeindruckend ist das Kirchenschiff samt der fünf Orgeln, der Gewölbekeller und die fabelhafte Aussicht vom Kirchturm. In seiner knapp 400-jährigen Geschichte musste der Michel zweimal komplett wiederaufgebaut werden.



Die Krameramtsstuben liegen am Krayenkamp in der Neustadt unterhalb des „Michels“. Ehemals als Wohnungen für Witwen vom Krameramt genutzt, bilden die um 1620 bis 1700 errichteten Fachwerkhäuser heute die letzte geschlossene Hofbebauung des 17. Jahrhunderts in Hamburg.





Im weiteren Verlauf unserer Stadtrundfahrt ging es am Fischereihafen vorbei zum Museumshafen Oevelgönne, wo auch einige hübsche Kapitäns- und Lotsenhäuser aus früheren Zeiten erhalten sind.







An einigen beeindruckenden Villen ging es dann an der Außenalster vorbei.



Hier legte unser Bus eine kurze Pause ein. Kira konnte das Beinchen heben und unsere Damen strebten zum zufällig bereitstehenden Eiswagen. Leider war die erworbene Portion Sahneeis nicht groß genug, um das sprichwörtliche Mütchen zu kühlen, wie das nachstehende Bild beweist.



Endstation war das Hamburger Rathaus gleich am Ende der Mönckebergstraße. Alfred wusste hier zu berichten, dass auf dieser Straße jährlich ein bekanntes Radrennen stattfindet.



Das Rathaus ist im Stil der norddeutschen Renaissance erbaut und zählt zu den schönsten Gebäuden Hamburgs. Der Turm hat eine Höhe von 112 Metern und ist damit eine markante Landmarke im Hamburger Stadtbild.



Zusammen mit der 1841 erbauten Börse hat das Rathaus einen prächtigen Innenhof, der vom Alten Wall und der Großen-Johannis-Straße aus öffentlich zugänglich ist. Der Innenhof mit seinen reichdekorierten Fassaden im Stil der italienischen und norddeutschen Renaissance und dem zentralen Hygieia-Brunnen, ist architektonisch gesehen einer der wohl anspruchsvollsten und gelungensten Plätze der Stadt.



Vom Rathaus aus ging es für uns dann zu Fuß weiter in Richtung der sündigen Meile. Alfred und ich haben auch einen Blick hinter die Bretterwand der Herbertstraße geworfen. Auch hier hatten aber wohl die Kostensenkungs-Maßnahmen diverser Unternehmensberatungen Früchte getragen. Durch Personalabbau war die Frühschicht gerade mal mit vier Damen besetzt. 



Um 15 Uhr hatten wir dann auch schon einen weiteren Termin in Schmidts Tivoli. Hier stand für uns das Musical "Heiße Ecke" auf dem Programm. Von der Vorführung waren wir schlichtweg begeistert. Es wurde ein kurzweiliger und ziemlich lustiger Nachmittag für uns.





Die Vorstellung war gegen 18 Uhr beendet. So haben wir noch in lauschiger Nacht einen kleinen Reeperbahnbummel gemacht.





Der Weg zurück von St. Pauli zu unserem Hotel gestaltete sich etwas länger als von uns erhofft. So hatten wir uns den Absacker in der Hotelbar redlich verdient. Frei nach dem Motto: Trink doch mal den Cognac Schätzchen.



Sonntag 11. Juni 2017

Herrliches Wetter an diesem Morgen. Und um diesen auch in vollen Zügen zu genießen, sind wir schon vor dem Wecken aufgestanden. Okay, eigentlicher Grund war die Abfahrt unseres Busses um 7:30 Uhr zum Fischmarkt.





Das Angebot an Blumen war überwältigend. Und da es ja in ganz Essen keine Blumen zu kaufen gibt, musste man da natürlich auf jeden Fall zuschlagen. Aber als bester Ehemann von allen hat man da natürlich absolutes Verständnis und erklärt sich auch gerne bereit für den Transport der erworbenen Blümchen Sorge zu tragen.



Und auch das durch die Marktschreier angebotene Obst und Gemüse strahlte eine enorme Anziehungskraft auf unsere Damen aus. Rasch waren die Körbe mit gesunden Lebensmitteln von gefühlt 40 Kilogramm gefüllt. Und das Ganze zu einem Schnäppchenpreis von gerade einmal 10 Euro. Wer kann dazu (außer Alfred und mir) schon nein sagen. Doch wie sollte das Logistikproblem bezüglich des Transports der erworbenen Güter in die heimischen Gefilde gelöst werden?



Nun, früher wurden hierfür Sklaven als Träger eingesetzt. Heutzutage reicht bereits ein Trauschein. So hat das starke Geschlecht Gelegenheit, seine Vorzüge unter Beweis zu stellen. Nach erfolgreichem Transport der Obst- und Gemüselieferung durften wir für unsere Ehefrauen gekühltes Bier besorgen. Und zur Belohnung gab es sogar ein Holsten für die Träger.



Nächstes Ziel unserer Bustour war die Speicherstadt. Hier hatten wir annähernd zwei Stunden Zeit, die alten Lagerhäuser zu erkunden. Die Kraft reichte allerdings nur noch für die 200 Meter bis zum nächsten Biergarten.





Erschöpft von den morgendlichen Einkäufen auf dem Hamburger Fischmarkt, fielen unsere reizenden Ehefrauen bereits auf der Heimfahrt im Bus in einen tiefen und lange währenden Schlaf, der nur ab und an durch den Geruch des von der Sonne erhitztem Obst und Gemüses und einigen Obstfliegenschwärmen gestört wurde.



Gegen 20 Uhr waren wir zurück in Essen. War ein schönes Wochenende, welches nach Wiederholung schreit. Okay, den Fischmarkt hat man jetzt gesehen. Muss nicht unbedingt nochmal sein. Den Rest des Transportes der erworbenen Obst-, Gemüse- und Blumenlieferung übernahm dann wieder der Schnellbus 15. An der Enhaltestelle konnte man noch eine Weile die Bemühungen des Busfahrers beobachten, die Obstfliegenschwärme aus seinem Gelenkbus zu vertreiben...