Sonntag 07.05.2017 - Dürnstein und die Schönheiten der Wachau  

Jenseits der Kraftwerkschleuse Melk beginnt die Wachau. Die Region gehört seit dem Jahr 2000 dem Unesco-Weltkulturerbe an. Sie ist ein 30 Kilometer langes, liebliches Engtal zwischen Melk und Krems. Freundliche Dörfer inmitten von Aprikosenhainen und Weinbergen wechseln ab mit düsteren Burgruinen auf schroffen Felsen. Hier gedeihen einige der besten Weißweine Österreichs.



Pünktlich um 8 Uhr legte unser Schiff in Dürnstein an. Unser Busausflug war aber erst für 8:30 Uhr geplant, sodass wir noch in Ruhe frühstücken konnten.



Erstes Ausflugsziel an diesem leicht verhangenen Morgen war das Stift Göttweig. Fast unwirklich thront das Kloster weithin sichtbar auf einem 422 Meter hohen Hügel südlich der Donau.



Die bedeutende Benediktinerabtei wurde 1083 gegründet und 1718 nach einer Feuersbrunst zur barocken Anlage umgebaut.





Das Hochaltarbild Mariä Aufnahme in den Himmel (1694) stammt von Andreas Wolff; der Hochaltar (mit Statuen von den hll. Petrus, Paulus, Gregor, Altmann, Katharina, Barbara und der Gottesmutter Maria), der mit Kanzel und Teilen des Orgelprospekts ein Ensemble bildet, von Hermann Schmidt (1639). Das intarsierte Chorgestühl fertigte Franz Staudinger 1766 an; die beiden Kaiserstühle (heute als Ambo verwendet) dürften schon etwas früher in der selben Werkstatt entstanden sein.



Nächstes Ziel unserer Reisegruppe war das Städtchen Krems, welches als schönste Stadt Niederösterreichs und als Zentrum der Weinherstellung gilt.



Das Steiner Tor am Ende der Oberen Landstraße war Teil der Festungsmauer. Seine Rundtürme stammen aus dem 15. Jahrhundert. Ferner gibt es einige schöne Renaissance-Bauten und für eine gelungene Pause Heurigen-Lokale.



Sowohl im Stadtteil Krems als auch im Stadtteil Stein sind geschlossene Altstadtbestände vorhanden. Da sich in den letzten 50 Jahren der Hauptschwerpunkt des Handels und Gewerbes in den Stadtteil Krems beziehungsweise die Einkaufszentren am östlichen Ostrand der Stadt zurückgezogen hat, ist der Stadtteil Stein baulich weitgehend unverändert geblieben.



Schlussetappe bei unserem Ausflug zu den Schönheiten der Wachau war dann wieder Dürnstein. Über dem Ort wacht die "Burg Hademars von Kuenring", oder viel mehr das, was von der einst stolzen Burg nach dem Angriff der Schweden im Jahr 1645 übrig geblieben ist. Im 12. Jahrhundert wurde hier der englische König Richard Löwenherz gefangen gehalten.



Das hübsch am Donauufer liegende barocke Städtchen Dürnstein kann man nur zu Fuß besichtigen. Autos bleiben am Stadtrand.



Der Wachauer Wein und mit ihm die Heurigenlokale und der Tourismus spielen eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Das bekannteste österreichische Weingut, die Domäne Wachau, hat ihre Kellereien vor den Stadtmauern von Dürnstein.



Wachauer Marille ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung für Marillen (Aprikosen) aus dem Gebiet der Wachau und einiger angrenzender Gemeinden Niederösterreichs. Zu den weiterverarbeiteten Produkten zählen Marmelade, Konfitüre, Chutney, Saft, Schnaps, Likör und Essig sowie vielfältige weitere Nahrungsmittel aus bzw. unter Verwendung der regionalen Frucht, wie z. B. Marillenknödel oder Marillenkracherl.



An der im Osten vom Kremser Tor begrenzten Haupstraße sieht man viele hübsche Bürgerhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, darunter einige, die mit Sgrafittoschmuck verziert sind.





Stift Dürnstein ist ein ehemaliges Kloster in Dürnstein in der Wachau in Niederösterreich. Heute gehören die Gebäude und der große Grundbesitz dem Augustinerchorherren-Stift Herzogenburg, das auch die Pfarre Dürnstein betreut. Der Turm der Stiftskirche mit seiner blau-weißen Färbung gilt als das Wahrzeichen der Wachau.



Am Abend spielte das Duo Sofia nochmals in der Panorama-Bar auf, bevor der Kapitän, seine Offiziere und die Reiseleitung alle Gäste mit einem Cocktail verabschiedeten.



Beim anschließenden Abschiedsdinner wurde speisentechnisch nochmals groß aufgefahren. Zum gewohnten Viergang-Menü wurden noch zwei weitere Zwischengänge serviert. Wer danach noch immer nicht gesättigt war, durfte auch gene nochmal beim Obstbüffet oder der Käseplatte zulangen...

Montag 08.05.2017 - Passau  


Gegen 8 Uhr erreichte die MS Sofia Passau, leider schon das Endziel unserer Donaukreuzfahrt. Die Zeit war viel zu schnell vergangen. Unser Reisegepäck hatten wir vor dem Frühstück vor der Kabinentür abgestellt. Für den Transport zum Zug wurde durch die Reisegesellschaft gesorgt. So konnten wir nochmal ganz in Ruhe das Frühstücksbuffet genießen, ehe wir um 8:30 Uhr mit dem Bus zum Bahnhof gefahren wurden.



Bis zum Eintreffen unseres Zuge hatten wir noch ein wenig Zeit. Wir haben daher noch einen kleinen Bummel durch Passau unternommen.



Der alte Bischofssitz Passau war schon immer voll Lebensfreude.; religiöse Feierlichkeiten wurden mit viel Musik und Bier für die Herren und heißer Schokolade für die Damen begangen. Seinen Wohlstand verdankt das "Venedig Bayerns" dem Handel mit Wein, Getreide und Salz.



Mit dem ICE ging es um 11:24 Uhr vom Passauer Hauptbahnhof zunächst bis Würzburg. Von dort ging es dann  bis zum Essener Hauptbahnhof weiter. Um kurz vor 19 Uhr liefen wir dann im heimischen "Holteyer Hafen" ein.



Das Essen an Bord der MS Sofia

Zu Beginn meines Reiseberichtes hatte ich ja versprochen, dass ich dem Thema "Verpflegung an Bord" ein eigenes Kapitel widmen werde. Ich sag es jetzt mal so: durch strenge Diät hatten Angie und ich im Vorfeld unserer Reise bereits vorsorglich reichlich Pfunde gelassen. Nach Ende unserer Reise waren dann gemeinsam wieder 4 Kilogramm dazugekommen. Das lag an der ganz hervorragenden Küche an Bord. Gut, dass wir wenigstens auf den nachmittäglichen Kuchen, die Käseplatten und den Mitternachtssnack verzichtet haben. Sonst hätten wir uns spätestens in Budapest neu einkleiden müssen. Und da Bilder mehr als Worte sagen, hier einige Beispiele für das absolut schmackhafte Essen an Bord.





Fazit

Anfangs waren wir schon etwas skeptisch. Wie würde der Altersdurchschnitt unserer Mitreisenden sein? Und bei der Einschiffung fühlten wir uns schon ein wenig wie auf der MS Sankt Marienheim. Doch nach etwas genauerem Hinsehen, gab es auch einige deutlich jüngere Gäste an Bord. Mit unseren Tischnachbarn Ute und Klaus aus Krefeld hatten wir das große Los gezogen. Mit den Beiden kam man prima zurecht und wir hatten nette Gesprächspartner. Das erste Vorurteil konnte also schonmal über Bord geworfen werden.

Die MS Sofia wurde 1987 in Holland gebaut. Trotz erfolgter Renovierungen ist sie mittlerweile etwas in die Jahre gekommen. Es war aber alles funktionstüchtig und sauber. Wir haben auf unserer Reise viele modernere und luxuriösere Schiffe zu Gesicht bekommen. Wer auf so etwas Wert legt, muss halt tiefer in die Tasche greifen. Ich befürchte, Angie und ich wären mit diesem Klientel an Bord nicht so gut zurechtgekommen.

Die bulgarische Besatzung war wirklich bemüht, immer freundlich und absolut zuvorkommend. Hier gab es nichts auszusetzen. Und zum hervorragenden Essen an Bord muss ich nach den Bildern oben wohl nichts mehr sagen. Auch die Reiseleitung hat einen Spitzen-Job gemacht. Alles hat perfekt funktioniert.



Auf dem Sonnendeck konnte man während der Fahrt die Seele baumeln lassen und die tolle Landschaft gemächlich an sich vorbeiziehen lassen. Auf unserer Reise waren wir 1162 Kilometer auf der Donau unterwegs. Das lebhafte Vogelgezwitscher war dabei unser ständiger Begleiter. In Wien, Budapest und Bratislava waren die Zeiten für Landausflüge etwas knapp bemessen. Hier hätten wir uns ein Mehr an Zeit gewünscht. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit die gleiche Reise über eine Dauer von 8 Tage zu buchen. Würden wir beim nächsten mal auch so tun. Und für Wien und Budapest lohnt sich sicher auch eine separate Reise mit mehrtägigem Aufenthalt.

Also: Es war ein perfekter Urlaub!