Eine Donaukreuzfahrt mit der MS Sofia

Der Weg der Donau führt durch Mitteleuropa; an den Ufern bezaubern kleine Orte, Städte und Metropolen mit barocken Kirchen, mittelalterlichen Burgen und Rokokopalästen.



Mehrere unserer Bekannten hatten uns von ihren tollen Erfahrungen mit einer Donaukreuzfahrt berichtet. Und da Angie aufgrund ihres Unfalls noch in ihrer Mobilität eingeschränkt ist, haben wir uns gedacht "warum eigentlich nicht". Entschleunigt von der Hektik des Alltags dem Flussverlauf folgen, neue Eindrücke gewinnen, die gute Luft auf dem Sonnendeck geniessen und uns vom Bordpersonal verwöhnen lassen. Das war schonmal ein guter Plan. Ein guter Plan, der dann sogar vollumfänglich in Erfüllung gegangen ist. Es waren wirklich schöne Tage die wir auf der MS Sofia, die unter bulgarischer Flagge fährt, erleben durften. Über diese schönen Tage möchten wir an dieser Stelle berichten.

Mittwoch 03.05.2017 - Anreise, Einschiffung und erste Flusskilometer



Unsere Anreise erfolgte zu nachtschlafener Zeit. Um 2:30 Uhr ging der Wecker, um 3:30 Uhr stand das vorbestellte Taxi vor der Tür und um 4:35 rollte der ICE 23 pünktlich in den Essener Hauptbahnhof ein. Solche Uhrzeiten sind natürlich überhaupt nichts für zwei Ruheständler, deren Tag meist erst dann beginnt, wenn die Sonne bereits hoch am Himmel steht. Aber für eine schöne Urlaubsreise kann man dann schonmal eine Ausnahme machen.





Ausgestattet mit reichlich Proviant, Lesestoff und ausgesuchter Musik auf den Ohren ging es in Richtung Passau. Angie hatte zusätzlich ihr Tablet dabei und während unserer Fahrt in den Süden reichlich Zeit einige weitere Level von Candy Crash zu meistern.



Gegen Mittag kamen wir in Passau an. Bis zur Einschiffung blieb noch genügend Zeit, um uns mit einem kühlen Bier zu erfrischen. War nach unserem morgendlichen Aufstehen vor dem Wecken auch dringend nötig! Für den Gepäcktransfer vom Bahnhof zur MS Sofia war durch den Reiseveranstalter gesorgt und um 14:30 brachte uns ein Reisebus direkt bis zum Schiffsanleger.



Nach Erledigung der üblichen Formalitäten wurde uns unsere Kabine zugewiesen. In der war alles vorhanden, was man so benötigt. Zugegeben, es war schon ziemlich eng aber das hatten wir auch so erwartet. So hat man allerdings während einer solchen Reise auch die Chance, sich als Paar nochmals näher zu kommen.

Schon bald ertönte das Schiffssignal und die MS Sofia setzte sich in Richtung Wien in Bewegung. Natürlich gab es gleich am Abend einen Begrüßungscocktail und einige freundliche Worte von unserem Kapitän Vasil Petrov und der Kreuzfahrtdirektorin Mieke van de Kerkhof, gefolgt von einem exclusiven 4-Gang-Menü. Das Thema Essen klammer ich bei meiner Berichterstattung allerdings zunächst einmal aus. Diesem Programmpunkt widme ich am Ende meines Berichtes ein eigenes Kapitel.

Den Abend haben wir mit einigen alkoholhaltigen Getränken in der Panorama-Bar ausklingen lassen. So hatten wir dann auch die nötige Bettschwere für die erste Nacht in neuer Umgebung. Neun Schleusen hatte die MS Sofia bis Wien zu passieren. Viel davon mitbekommen haben wir allerdings nicht.

Donnerstag 04.05.2017 - Wien   

Zunächst muss ich nun etwas zur Auswahl und teilweise auch zur Qualität der Fotos sagen. Bei solch einer Flusskreuzfahrt sind die Aufenthalte in den einzelnen Häfen begrenzt. Man hat also nur wenig Zeit, eine solch schöne Stadt wie Wien zu erkunden. Viele der nachfolgenden Fotos sind aus dem fahrenden Bus heraus entstanden. Darunter leidet naturgemäß die Qualität der geschossenen Bilder. Man erhält bei diesen kurzen Landgängen also immer nur einen kurze Abriss aller städtebaulichen Attraktionen. Nach so gewonnenen ersten Eindrücken muss man dann selbst entscheiden, ob eine mehrtägige Citytour zu einem späteren Zeitpunkt nicht Sinn machen würde. Das trifft auf die trendige und zeitgleich historische Landeshauptstadt Österreichs für uns sicher zu.



Gegen 10 Uhr erreichte die MS Sofia an einem recht frisch daherkommenden Morgen den Anleger in Wien. Jahrhunderte lang lag Wien übrigens nicht an, sondern neben der Donau. Erst die Regulierung des Flusses ab 1870 ließ die Stadt an und über seine Ufer hinauswachsen. Überragt wird die Binnenadria von modernen Glas- und Betontürmen sowohl der UNO-City wie neuer Büros.



Panoramafahrt durch die Stadt mit einem Fotostop an Schloss Schönbrunn



Schon von zu Hause aus hatten wir zusätzliche Ausflugsbuchungen vorgenommen. Und auch für den Besuch in der österreichischen Hauptstadt hatten wir Plätze für eine solche Sightseeing-Tour reservieren lassen. Dass es sich hier um eine Metropole mit 1,8 Millionen Einwohnern handelt, durften wir gleich zu Beginn der Stadtrundfahrt erleben. Denn minutenlang verharrte unser Reisebus zunächst einmal in einem der typischen Megastaus.



Die Einwohner Wiens sind noch heute so international wie zur Zeit der Donaumonarchie: Ungarn, Deutsche, Tschechen, Slowaken, Spanier, Polen, Italiener und andere sind hier vereint. Alle haben die Architektur, Musik und Malerei der Stadt geprägt.



Jeder Stein Geschichte, das ist der historische Stadtkern Wiens. Die verwinkelten Gässchen sind hochromantisch, aber nicht nur das. Zwischen den uralten Mauern von Kirchen, Klöstern, Stiften und Palais hat sich junges Leben etabliert.



Sucht man in Wien ein starkes Symbol für eine ganze Ära, dann findet man es in Schönbrunn. Nichts repräsentiert die Kaiserzeit so sehr wie das prachtvolle Schloss und sein Park und macht es zu einem absoluten Aushängeschild der Stadt und von ganz Österreich.



Die Sommerresidenz der Habsburger mit ihrer barocken Parklandschaft ist eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler des Landes. Die imperiale Schlossanlage liegt im Westen Wiens und wurde 1997 in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.



Unter Kaiserin Maria Theresia wurde Schönbrunn zum strahlenden Mittelpunkt des Hofes. Was sich Angie vom Vortrag unserer Reiseleitung gemerkt hat: Maria Theresia hatte 16 Kinder. Und jedem Familienmitglied standen 5 Räume und entsprechendes Personal zur Verfügung.



Südlich des Schlosses erstreckt sich der 185 ha große frühbarocke Park, der bereits 1695 im französischen Stil angelegt wurde. Am Fuße des Schönbrunner Berges entstand der Neptunbrunnen und auf der Bergkuppe die Gloriette, ein dreiteiliges Triumphtor, welches reich an Verzierungen und Symbolen ist.



Das Schloss und der dazu gehörende Park spiegeln die Persönlichkeit von Maria Theresia, Erzherzogin von Österreich, Königin von Böhmen und Ungarn wider.





Die Liebe zum Wein, zum Tod, zur angeblich gloreichen Kaiserzeit der k.u.k.-Monarchie und eine hohe, nicht selten heurigenselige Musikalität sind nur einige Wesenszüge, die man den Wienern als für sie charakteristisch gerne zuschreibt. Alles nur Klischees, ein Körnchen Wahrheit steckt aber trotzdem drin.



Das mag auch daran liegen, dass der Wiener lange Zeit im Zentrum eines Weltreichs gelebt hat, um sich aktuell in einem Kleinstaat am Rande des freien Europas wiederzufinden. Auch das geistige Erbe der Habsburger und ihrer mehr als 600 Jahre währenden Herrschaft scheint noch nicht gänzlich überwunden.



Berühmt gemacht haben den Wiener vor allem drei Eigenschaften: das Raunzen, das goldene Herz und der Wiener Schmäh.



Gegen 16 Uhr trafen wir wieder am Schiffsanleger ein. Es blieb allerdings nur wenig Zeit um sich etwas frisch zu machen und für eine schnelle Tasse Kaffee. Bereits um 17 Uhr traf der nächste Reisebus ein, der uns zunächst zum Wiener Prater führte.

Ausflug zum Prater und zum Heurigen



Der Prater lädt mit seinemn riesigen Wald- und Wiesenflächen geradezu dazu ein, spazieren zu gehen, einfach in der Sonne zu sitzen oder auch Sport zu treiben. Ein Teil der "Grünen Lunge Wiens", der Wurstelprater, ist aber dem reinen Spaß vorbehalten: Autodrom, Geisterbahn und Spiegelkabinett garantieren dort eine echte "Hetz".



Das Riesenrad wurde 1896 von den englischen Ingenieuren Walter Basset und Harry Hitchins geplant und mit 30 Waggons auf einem von Gabor Steiner, dem eigentlichen „Vater des Riesenrades“, gepachteten Grundstück auf dem Prater-Gelände errichtet. Die offizielle Einweihung des Riesenrads erfolgte am 3. Juli 1897, einem heißen Sommertag, an dem die Wiener das Prater-Gelände in großer Zahl besuchten. Nur die wenigsten dürften allerdings in der Lage gewesen sein, die acht Gulden aufzubringen, die damals eine Fahrt mit dem Riesenrad kostete. Ein Beamter verdiente damals 30 Gulden im Monat.



Meine mir eigene Höhenangst habe ich überwunden und mich dann doch zu einer Fahrt mit dem historischen Riesenrad entschlossen. Denn als Hobbyfotograf ist man ja immer auf der Suche nach einer neuen Perspektive. Und die wird einem hier oben auf maximal 64,75 Metern über dem Boden mit einem tollen Blick über die Dächer von Wien geboten.



Nächster Programmpunkt an diesem ereignisreichen Tag war der Besuch im Heurigenviertel Wiens. Der Reisebus kutschierte uns in Richtung Grinzing am Rande der Stadt. Dort erlebten wir eine kurzweilige Stunde, mit leckerem Wein, Brot mit schmackhaften Aufstrichen und der unbedingt dazugehörenden Schrammelmusik.



... Wiener Blut ...



Der gute Heurigen-Wein zeigte auch bei anderen uns wohlbekannten Personen eine entsprechende Wirkung.



Die Schrammelmusik ist eine für Wien typische Musikgattung des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Sie gilt als Wiener Volksmusik. Sie wurde nach den Wiener Musikern, Geigern und Komponisten Johann und Josef Schrammel benannt. 1878 gründeten sie mit dem Gitarristen Anton Strohmayer in Wien ein kleines Ensemble, mit dem sie ein volkstümliches Repertoire mit Liedern und Märschen, Tänzen und Walzern in Heurigen und Gaststätten darboten.



Und zurück an Bord der MS Sofia gab es in Sachen Folklore eine Fortsetzung. Mitglieder der Besatzung führten eine bulgarische Hochzeit auf und die musikalische Begleitung erfolgte durch die Bordband, dem Duo Sofia.



Hier ein Foto von einer spätabendlichen Schleusendurchfahrt.



Freitag 05.05.2017 - Budapest     



Zunächst legte unser Schiff um 8:00 Uhr in Esztergom an. Hier verliessen Reisende die MS Sofia, die den Ausflug zum Donauknie gebucht hatten. Diese Gäste wurden dann später mit dem Reisebus zum Anleger in Budapest weitergefahren.



Auf unserer Fahrt in Richtung Budapest begegnete uns das unter ukrainischer Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff MS Moldavia. Da hatte es wohl in den letzten Stunden eine kleinere Havarie gegeben.



Wir hatten an diesem Vormittag Zeit zur Entspannung auf dem Sonnendeck. Mit einem Glas Wein ließ es sich dort bei gutem Wetter prima aushalten.





Pünktlich um 13 Uhr erreichte die MS Sofia Budapest. Unser Liegeplatz befand sich in unmittelbarer Nähe zur Fußgängerzone, zwischen der Kettenbrücke und der Freiheitsbrücke auf der Pester Seite.



Die drei eigenständigen Städte Óbuda, Buda und Pest hatten im Jahr 1720 zusammen 12 200 Einwohner. Als sie 1873 zu Budapest vereinigt wurden, hatte die Gesamteinwohnerzahl bereits die 300 000er Marke überschritten. Als Hauptstadt des mit Österreich verbündeten Ungarn erlebte die Stadt einen beispiellosen Aufschwung, der sich auch in einem stürmischen Bevölkerungswachstum niederschlug. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wohnten in Budapest 1 Millionen Menschen. Durch Eingemeindungen in den 1970er Jahren wurde auch die Zwei-Millionen-Marke überschritten. In den 1990er Jahren kehrten viele Budapester der immer teurer werdenden Stadt den Rücken. Heute zählt Budapest rund 1,7 Millionen Einwohner.



Bis zu unserer Stadtführung hatten wir noch reichlich Zeit. Die haben wir genutzt, um uns die Zentrale Markthalle am belebtem Fóvam tér anzuschauen. Dort decken sich Einheimische mit Fleisch, Fisch und Gemüse sowie Touristen mit Salami, roten Paprikaketten und Wein ein.



Die Zentrale Markthalle bei der Universität wurde 1896 von Samuel Pecz errichtet. Neben dem Westbahnhof ist sie ein weiteres Beispiel für eine Eisen-Glas-Konstruktion in Budapest. Charakteristisch für diese Bauten am Übergang zur Moderne ist die Verbindung einer zeitgemäßen Konstruktion mit althergebrachten Bauformen. Im Fall der Markthalle, die sich aus einem überhöhten Mittelteil und niederen, seitenschiffartigen Anbauten zusammenfügt, griff der Architekt auf den Typus römischer Basiliken zurück.





Einheimische schätzen die Markthalle vor allem wegen des reichhaltigen Warenangebots an Lebensmitteln: allerlei Arten von Obst und Gemüse, Gewürzen, Fleisch- und Wurstwaren sowie Fischen und Backwaren. Selbst Kunsthandwerk, Textilien und Korbwaren sind hier erhältlich.



Budapest ist eine lebendige Stadt und demonstriert ein neues Selbstbewusstsein und Optimismus. Nur selten kommt die Stadt zur Ruhe, denn eine engagierte Generation junger Europäer bewegt sich tagsüber auf den Märkten der Welt, um sich dann bis spät in die Nacht in den Kneipen des V. Bezirks zu treffen.





Unsere Stadtrundfahrt durch Budapest startete dann um 15 Uhr. Mit unserer Stadtführerin Tina, der eigentliche Vorname ist für Nicht-Ungarn ein Zungenbrecher, hatten wir einen Glücksgriff getan. Tina sprach hervorragend Deutsch, hat viel gelacht und uns Geschichte und Attraktionen Budapests auf charmante Art und Weise näher gebracht.



Unser Reisebus brachte uns hoch auf den Gellért-Berg. Gleich in der Nähe des Befreiungsdenkmals hat man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt. Buda ist übrigens der bergige Teil der Stadt und Pest der flachere Teil am gegenüberliegenden Donauufer.









Die Kettenrücke war die erste feste Brücke Budapests über die Donau. Sie stellt heute die kürzeste Verbindung zwischen dem Burgberg und den Pester Einkaufsmeilen her.



Die Matthiaskirche befindet sich im Burgviertel in unmittelbarer Nähe zur Fischerbastei. Der ursprüngliche Name dieses imposanten Sakralbaus lautet Liebfrauenkirche. 1867 ließen sich Franz Joseph I. und seine Gemahlin Elisabeth in der Matthäuskirche zu König und Königin von Ungarn krönen.



Von außen ist die Matthiaskirche mit ihrem bunt gedeckten Dach ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt. Die wahre Pracht und Atmosphäre erschließt sich jedoch nur mit einer Besichtigung des Inneren: Jeder Quadratzentimeter des riesigen Kirchenschiffs ist mit Fresken und Ornamenten bemalt, im gedämpften Licht der Buntglasfenster leuchtet das Gotteshaus in feierlich-festlichen Farben.



Kaum ein Bauwerk in Budapest wird von Touristen aus aller Welt so gerne besucht und fotografiert wie die Fischerbastei. Für den südlichen der beiden Basteihöfe schuf Alajos Stróbl, einer der gefragtesten Bildhauer seiner Zeit, 1906 das bronzene Reiterstandbild von König Stephan, dem Heiligen, der als erster christlicher Herrscher der Ungarn in die Geschichte einging.



Ein Spaziergang durch die weitgehend für den Verkehr gesperrten schönen Straßen und Gassen des Budaer Burgviertels gehört mit zum Schönsten, was die ungarische Hauptstadt für ihre Besucher zu bieten hat.



Gegen 22:30 Uhr hieß es für die MS Sofia wieder Abschied von Budapest zu nehmen. Und abends zeigt sich Budapest von seiner romantischen Seite wenn Kettenbrücke und Burgschloss festlich angestrahlt sind.



Die ehemalige Redidenz der ungarischen Könige nimmt den gesamten Südsporn des Burgbergs ein. Ihre Anfänge reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als König Béla hier eine Burg errichten ließ. Ein Großteil des Burgpalastes ist heute zugänglich und beherbergt bedeutende Museen.



Das imposanteste Bauwerk am Pester Donauufer ist der gigantische Komplex des neogotischen Parlamentsgebäudes. Es ist das größte Gebäude Ungarns und mit 268 m ganze sechs Meter länger als das berühmte britische Parlamentsgebäude und knappe 100 m hoch. Das Gebäude verfügt über 700 prächtige Räume, gestaltet und ausgeschmückt von den besten Künstlern, die das Land im 19. Jahrhundert zu bieten hatte.

Samstag 06.05.2017 - Bratislava  



Ein schöner sonniger Morgen. Noch vor dem Frühstück an Bord habe ich eine erste Tasse Kaffee auf dem Sonnendeck genossen. Und auch später blieb noch viel Zeit um den Ausblick aufs Donauufer vom Liegestuhl aus zu geniessen. Kurz nach dem Mittagessen erreichte die MS Sofia um 14 Uhr den Anleger in Bratislava.



Weithin sichtbar thront der majestetische Bau der Burg (Hrad) mit seinen vier Ecktürmen auf einem Hügel über der Donau. Die schon im Mittelalter entstandene Feste wurde im 17. und 18. Jahrhundert umgestaltet. 1811 zerstörte ein Brand die Burg: sie wurde erst nach 1953 wiederaufgebaut.

Unsere zugegeben etwas anstrengende Stadtrundfahrt begann dann gleich um 14:30 Uhr. Der schwer zu verstehende Reiseleiter hatte sich vorgenommen uns die slowakische Geschichte in allen Details zu vermitteln. Jedenfalls ging es mit dem Reisebus hoch zum Burghügel und dort zunächst zum modernen Parlamentsgebäude der noch jungen slowakischen Republik.



Das rund 415 000 Einwohner zählende Bratislava ist ein wichtiger Donauhafen und heute ein bedeutender Industrie und Messestandort. Unter der Donaumonarchie hieß die Stadt "Pressburg", während der Türkenzeit, als sie die ungarische Hauptstadt war, "Pozsony".



Von den bereits unter Maria Theresia angelegten Burggärten hat man einen schönen Blick auf die Altstadt und die Donau.





Die 1972 fertiggestellte "Neue Brücke" besitzt einen einzigen Pfeiler, auf dessen Spitze sich ein Panoramarestaurant befindet.



Die für die Besucher zugänglichen Räume der Burg wurden kürzlich komplett renoviert und beherbergen einen Teil der Sammlung des Slowakischen Nationalmuseums, die Schatzkammer und eine Ausstellung über die Geschichte der Burg und der Slowakei.







Das Michaelstor ist ein Stadttor aus dem 14. Jahrhundert. Heute ist der Turm 51 Meter hoch, er wurde nach und nach aufgestockt. 1758 kam eine barocke Kuppel dazu, auf der der heilige Michael thront und die Altstadt beschützt.





Die meisten historischen Gebäude konzentrieren sich in der Altstadt (Staré Mesto). Charakteristisch für das Stadtzentrum sind die zahlreichen Palais im barocken Stil, ein Kulturerbe des 18. Jahrhunderts.



Erst im Zentrum lässt sich der wahre Charakter der slowakischen Hauptstadt erkennen: Der historische Stadtkern ist ein Sinnbild der Geschichte Bratislavas zwischen österreichischer sowie ungarischer Fremdherrschaft und eigener Identität. Während im kaiserlichen Café Mayer ein Bild von Kaiserin Sissi an der Wand hängt, thront auf dem Turm des Martinsdoms die ungarische Stephanskrone.





Abgesehen von ihrer Historie zeichnet sich Bratislava besonders durch ein reges Nachtleben aus. An den Wochenenden pilgern viele junge Menschen in die Innenstadt, um in einer der zahlreichen Bars und Clubs einen ausgelassenen Abend zu verbringen.





Nennenswerte Bauwerke sind das Gebäude des Slowakischen Nationaltheaters, die Reduta, Sitz der Slowakischen Philharmonie sowie das klassizistisch aussehende Gebäude des ehemaligen Hotel Savoy, heute Hotel Carlton. Des Weiteren haben die Botschaften der USA und Deutschlands hier ihren Sitz.



Bereits um 17:45 Uhr war dann schon der letzte Einschiffungstermin. Unser Schiff verließ die slowakische Hauptstadt und nahm Kurs auf die Wachau. Wir haben nochmal das tolle Wetter auf dem Sonnendeck genossen und die zahlreichen Burgruinen am Donauufer bewundert.





Beim Abendessen gestaltete das Bordpersonal uns noch einen spektakulären Piratenabend mit einigen Überraschungen.