Ein paar Tage Kärnten, kurz vor dem Frühlingsanfang

Okay, ein bisschen verrückt ist es schon für gerade mal 5 Tage aus dem Ruhrpott an den Millstätter See zu reisen. Immerhin sind mit dem Auto knapp 1.000 Kilometer zu bewältigen. Aber wenn das ganze auch noch für Ende Februar geplant wird, dann erreicht die Verrücktheit noch einmal eine höhere Qualitätsstufe. Als mein Freund Helmar mich Mitte Februar also fragte, ob ich Lust hätte ihn für ein paar Tage zum Jakelbauern nach Fresach zu begleiten, musste ich doch einen Moment nachdenken. Und ich habe mich natürlich erst einmal im Internet nach Wetteraussichten und Schneehöhen erkundigt. Aber dann fiel mir die Entscheidung doch recht leicht. Schließlich gibt es nur wenige vergleichbar schöne Flecken auf unserem Planeten. Und die Aussicht auf gutes Essen, ein frisch gezapftes Villacher Märzen und einen gepflegten Marillenbrand waren weitere gute Argumente für meine Zusage zu diesem Kurztrip.

Dienstag 21.02.2017 - Anreise

Um 7:15 Uhr ging es gut gelaunt und mit vollem Tank in Richtung A43. Wir haben einige Pausen eingelegt, schließlich sollte nicht schon auf der Hinfahrt Stress aufkommen. Gegen 17:00 Uhr kamen wir daher ziemlich entspannt an unserem Ausflugsziel an. Nachdem wir alle Mitglieder der Familie Unterkofler und sämtliche Tiere innerhalb und außerhalb der Stallungen begrüßt und unser Gepäck in den Zimmern verstaut hatten, reichte das Tageslicht gerade noch für einen Blick aus dem Zimmerfenster auf die mäßig beschneiten Berggipfel.



Männer habe auch Gefühle, ..... Durst zum Beispiel. Und nun verhält es sich natürlich so, dass eine so lange und beschwerliche Anreise auch eine besonders große Menge an Durst verursacht. Doch bei diesem Problem in unserem Gefühlsleben konnte uns der Gasthof Jakelbauer in gewohnter Qualität hervorragend weiterhelfen.



Auch beim Thema Hunger konnte uns mit einem wohlschmeckenden Drei-Gang-Menü weitergeholfen werden. Um der Küche weniger Arbeit zu bereiten, haben wir den Nachtisch allerdings durch einen weiteren Marillenbrand ersetzt.



Mittwoch 22.02.2017 - Erholung von der Anreise

Der erste Blick am frühen Morgen ging aus dem Fenster. Wie würde sich das Wetter an unserem ersten Tag in Kärnten präsentieren? Nun, es sah recht vielversprechend aus. Keine Wolke war am azurblauen Himmel zu entdecken. Um Kraft für diesen schönen Tag zu sammeln, haben wir uns zunächst ein ausgiebiges Frühstück gegönnt. Danach war erst einmal aklimatisieren angesagt. Der Körper muss sich schließlich ganz allmählich auf die schöne Landschaft einstellen. Und so haben wir zunächst in aller Ruhe unser Urlaubsdomizil bei reichlich Tageslicht erkundet. Eine Menge Fotomotive sind dabei zusammen gekommen. Von diesen kann ich an dieser Stelle leider nur einen Bruchteil veröffentlichen.















Im Anschluss haben wir eine kleine Wanderung durch die nähere Umgebung unternommen. Im dichten Wald, in dem die Sonne das dichte Blätterdach noch nicht durchdringen konnte, war es gleich einige Grad kälter. Die Wege waren daher teilweise noch verschneit oder mit einer Eisschicht überzogen, was das Laufen etwas beschwerlich machte. Dafür lag eine ganz besondere Atmosphäre über dieser Szenerie.









Der Jakelbauer-Hof von oben





Helmars Kärnten-Erfahrung ist ein beachtliches Stück größer als meine eigene. Und so führte er mich um die Mittagszeit an einen ganz besonderen Ort, der in unmittelbarer Nähe zum Jakelbauer-Hof liegt, von mir aber bei meinen bisherigen Aufenthalten unentdeckt geblieben war.



Der Gipfel des Glücks liegt in nächster Nähe, wenn man vom Alpengasthof Bergfried aus den Panoramablick bis zum Großglockner genießt. Der Bergfried liegt auf 1125 m Seehöhe in einer der schönsten Gegenden des Nockgebiets. Hier zwischen See und Berg, ist man dem Himmel ein kleines Stück näher.



Der Panoramablick über den Millstätter See bis zum Großglockner ist ein einziger Genuss. Und dies spiegelte sich im besten Sinne des Wortes auch in den frisch geputzten Fensterscheiben des Ausflugslokals wieder.





Die gute Luft, die im Frühjahr schon kräftige Sonne und die vielen schönen Eindrücke forderten ihren Tribut und so wurde es höchste Zeit für eine kleine Stärkung.



Die Zeit bis zum Abendessen verkürzten wir uns mit weiteren Erkundungen auf dem Jakelbauer-Hof.







Und dann wurden wir wieder mit den Köstlichkeiten der Kärntner Küche verwöhnt. Die Nudeln auf dem Sauerkraut sind mit Faschiertem und Geselchtem gefüllt. Sehr köstlich. Hierbei handelt es sich um ein typisches Kärntner Faschingsgericht. Als Helmar von dieser Brauchtumspflege erfuhr, fiel ihm so einiges aus dem Gesicht. War er doch eigens in dieser Woche dem Rheinischen Karneval entflohen.



Trost über die betrübliche Nachricht vom Faschingszauber in den Bergen fanden wir dann allerdings im nachfolgenden gemischtem Doppel.



Donnerstag 23.02.2017 - Erholung von den Eindrücken des Vortages


Kaiserwetter in Kärnten! Die Katzen beim Jakelbauern räkelten sich schon am Morgen in der wärmenden Sonne. Helmar und mich zog es gleich nach dem Frühstück nach Hochrindl. Hier haben wir einen schönen Spaziergang direkt an den Skipisten vorbei hinauf zur Zirbenhütte unternommen. 





Ist schon etwas eigentümlich: Da fährst du fast 1.000 Kilometer weit bis an die Grenze von Österreich nach Italien und Slowenien, um dann allerorts holländische Töne zu hören. Waren die nicht gerade noch alle auf dem Essener Weihnachtsmarkt? Leider hatten wir nicht genügend Zeit um über diese oder ähnliche Fragen zu philosiphieren.















Auf der Terrasse einer Skihütte haben wir uns bei herrlichstem Sonnenschein und 15 Grad Celsius eine kleine Stärkung gegönnt. Schließlich war es noch lange hin bis zu unserem leckeren Abendessen.



Eigentlich sind wir für einen "verlängerten großen Braunen" und ein Stück Kuchen zum Millstätter See gefahren. Doch das Cafe in der Pyramide am Seeufer hatte geschlossen. Uns blieb daher nur der Blick auf Österreichs größte Badewanne; zumindest in den Sommermonaten. So haben wir unseren Nachmittagskaffee und den Apfelstrudel mit Schlagober dann etwas später im Cafe Moser in Spittal genossen.





Alte Bekannte trifft man im Gasthof Jakelbauer immer wieder. "Krone" hat sich hierüber besonders gefreut. Mit ihm und Gottfried haben wir dann am Samstag noch ein Stamperl getrunken. Es gab aber auch ein Wiedersehen mit Alois und so manch anderem altbekannten Gesicht.



Marlenes köstliche Frttatensuppe



Freitag 23.02.2017 - Erholung vom guten Wetter der letzten Tage

Wenig Fotomaterial an diesem Tag. Woher auch? Das gute Wetter hatte heuer mal eine Pause eingelegt. Ich hätte natürlich jede Menge Bilder vom Kärnten-Shop, von Louis, von der Motorradklinik Villach (Triumph-Vertragshändler) oder von Mc Donalds einfügen können. Alles Orte, an denen wir dem heftigen Regen des Vormittags entflohen waren.



Nachmittags, aus dem Regen waren inzwischen Schneeschauer geworden, haben wir der Markthalle in Radenthein einen Besuch abgestattet. Hier gibt es an jedem Freitag heimische Produkte regionaler Erzeuger zu kaufen. Und auch Marlene vom Jakelbauer-Hof bietet hier ihre Erzeugnisse an.









Am Abend sind wir dann auf eigenen Wunsch vom üblichen Dreigang-Menü abgewichen und haben uns anstatt dessen eine zünftige Brettljause bestellt.


Samstag 24.02.2017 - Erholung von Regen und Schnee

Das schlechte Wetter vom Vortag war am nächsten Morgen wie weggeblasen. Und der morgendliche Blick aus dem Zimmerfenster lieferte gleich wieder beeindruckende Bilder.



Die Bergspitzen hatten eine frische Puderzuckerbestreuung abbekommen und die Sonne hatte den Kampf mit den letzten Wolken zwischen den Bergketten schnell gewonnen. Das versprach nochmal ein besonders schöner Tag zu werden.



Helmar hatte mit dem Egelsee mal wieder ein tolles Schmankerl als Tagesziel ausgeguckt. Der Egelsee ist ein Moorsee auf der Hügelkette zwischen Millstätter See und dem unteren Drautal. Erreicht haben wir den versteckt gelegenen See über Molzbichl. Im Sommer tummeln sich hier die Badegäste, im Winter dient er als Eislauffläche. Am heutigen Tag waren wir wohl die einzigen Besucher. Wir haben die Ruhe und die schönen Bilder an diesem Ort in aller Ausführlichkeit genossen.











Am Abend gab es wieder das traditionelle Dreigang-Menü, bestehend aus Vorsuppe, Hauptgericht und Marillenbrand. Als Hauptgang gab es diesmal regionale Forelle, die Marlene am Vortag in der Markthalle Radenthein für uns erworben hatte. Ich sag nur so viel: ein Gedicht!



Sonntag 25.02.2017 - Abreise

Nun war er schon wieder vorbei, unser Kurztrip an den Millstätter See. Geht ja immer viel zu schnell. Doch einen Trost gibt es ja. Die Zimmer für den Sommer habe ich bereits reserviert. Dann gibt es ein erneutes Wiedersehen in den Kärntner Bergen. Unsere Fahrt zurück in die Ruhrmetropole verlief ohne besondere Vorkommnisse. Um kurz nach 7 Uhr sind wir morgens in Fresach losgefahren. Zu Hause sind wir um 16:30 Uhr angekommen. Und um 18:30 Uhr war ich dann bereits bei der Karnevalssitzung der Kolpingsfamilie Burgaltendorf. Helau!