Dienstag 27.09.2016 - Nürnberg



Für heute hatten wir uns auf unserer Tour durchs schöne Franken die Stadt Nürnberg ausgeguckt. Schon im Hochmittelalter galt Nürnberg mit seinen Handelsverbindungen in die ganze Welt als eine der reichsten Städte. Heute stellt Nürnberg mit seinen 490.000 Einwohnern eine moderne Großstadt mit Hochhäusern und U-Bahn-Netz dar.


Im Zentrum aber hat sich das Hochmittelalter verewigt. Die Stadtmauer mit den gewaltigen Türmen, die Burg, die hoch über der Stadt die unverkennbare Silhouette aus Mauern, Bergfried und spitzen Dächern zeigt, lassen den Wohlstand erahnen, genauso wie die großen, schmuckvollen Patrizierhäuser rund um den Burgberg, die viel über den Reichtum der Nürnberger Kaufleute des Mittelalters berichten.





Der Weg hinauf zur Kaiserburg aus dem 11. Jahrhundert ist steil, aber der Blick auf die Altstadt und das Handwerkerviertel ist atemberaubend. Die Nürnberger Burg war im Mittelalter eine der bedeutendsten Kaiserpfalzen des Heiligen Römischen Reichs. Über älteren Bauten aus der Zeit der Salier errichteten die Staufer und ihre Nachfolger eine große Burganlage, zu deren ältesten erhaltenen Teilen die kaiserliche Doppelkapelle (um 1200) gehört.







Unterhalb der Burg gelegen, erlebt man im Albrecht-Dürer-Haus einen Künstlerhaushalt der Renaissance. Die vielen original gestalteten Stuben mit eisernen Kachelöfen, geschnitzten Möbeln, vor allem aber die dunkle, rußige Küche lässt den Besucher eine Zeitreise von 500 Jahren machen. Das Albrecht-Dürer-Haus in der Nürnberger Altstadt wurde gegen 1420 errichtet und war Wohn- und Arbeitsstätte Albrecht Dürers von 1509 bis zu seinem Tod 1528. Er wohnte dort mit seiner Frau, seiner Mutter und einer unbestimmten Zahl von Lehrlingen, Gesellen und Hausangestellten. Das Haus ist Museum und gehört gemeinsam mit der Graphischen Sammlung zum Verbund der Museen der Stadt Nürnberg.









Nürnberg hat sich bis heute eine ganz besondere Atmosphäre bewahrt. Da lohnt es sich einfach inne zu halten, einmal stehen zu bleiben und das Geschehen auf sich wirken zu lassen. Hier finden sich Fotomotive ohne Ende. Von den vielen Bildern, die ich an diesem Tag in Nürnberg geschossen habe, kann ich an dieser Stelle nur einen Bruchteil veröffentlichen.



Die Sebalduskirche ist die ältere der beiden Stadtkirchen. Sie wurde um 1230 erbaut und liegt oberhalb des Hauptmarkts. Schon an der Außenfassade befinden sich teils bemerkenswerte Steinfiguren.



Herbstzeit in Nürnberg...



Die St.-Lorenz-Kirche wurde um 1250 erbaut. Besonders imposant an der doppeltürmigen Kirche ist die große und reich verzierte Fensterrosette über dem Eingangsportal.



Unmittelbar am Weißen Turm wogen üppige Brüste, glotzen Kröten und ringen Gerippe - der riesige Ehekarussellbrunnen aus Bronze und Marmor von 1984 zeigt drastisch und komisch zugleich, wie sich der Künstler Jürgen Weber den Weg zwischen Jawort und Tod vorstellt. Inspiriert wurde er dabei von einem Gedicht des Meistersingers Hans Sachs.



Natürlich gibt es in Nürnberg noch deutlich mehr zu entdecken. Doch am späten Nachmittag hatten wir uns die Füße bereits plattgelaufen. Grund genug, noch einmal - mit einem Mehr an Zeit - nach Nürnberg zurück zu kehren.

Mittwoch 28.09.2016 - Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim

Bad Mergentheim



Bad Mergentheim ist eine Stadt an der Tauber im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs, etwa 35 km südwestlich von Würzburg bzw. 56 km nordöstlich von Heilbronn. Vor der Bildung des Landes Baden-Württemberg war es die nördlichste Stadt Württembergs. Heute (Stand 2014) ist sie die größte Stadt des Main-Tauber-Kreises und ein Mittelzentrum.

Bad Mergentheim wurde im Jahr 1058 erstmals erwähnt und war von 1526 bis 1809 Dienstsitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Seit 1926 trägt die Stadt die Bezeichnung Bad; seit dem 1. April 1975 ist sie Große Kreisstadt





Bad Mergentheim wartet am Marktplatz mit einer Überraschung auf: mit zwei identisch aussehenden Rokokoamtshäusern. Die "Zwillingshäuser" wurden im Jahr 1780 errichtet.





Unweit vom schön anzuschauenden Marktplatz befindet sich weiß leuchtend das Deutsche Ordensschloss mit seinem hufeisenförmigen Innenhof. Es beherbergt eine Ausstellung zur Stadtgeschichte und 40 Puppenküchen und -stuben.





Tauberbischofsheim

Der Stadtkern Tauberbischofsheims liegt in Tauberfranken, einem baden-württembergischen Teil Frankens, in einem breiten, beständig nordnordwestlich laufenden Talabschnitt der unteren Tauber.



Die Stadt wurde im Jahre 836 in der Lebensbeschreibung der Heiligen Lioba als „Biscofesheim“ erstmals erwähnt. Bereits 735 wurde vom heiligen Bonifatius mit dem Benediktinerinnenkloster Tauberbischofsheim (auch als Lioba-Kloster bekannt) eines der ersten deutschen Frauenklöster in Bischofsheim gegründet und seine Verwandte, die Heilige Lioba, als Äbtissin eingesetzt. Unter Liobas tatkräftiger Leitung entwickelte sich das Tauberbischofsheimer Frauenkloster zu einem bedeutenden Bildungs- und Kulturzentrum für das gesamte untere Maintal.
 



Das Marktrecht erhielt Bischofsheim vermutlich schon 1147 bei einem Besuch durch Konrad III., spätestens jedoch 1165 durch Friedrich Barbarossa bei seinem Besuch der Stadt. 1180 wurde die Peterskapelle erbaut, das älteste Bauwerk der Stadt.



Die Stadt wurde als Sitz des u. a. von Emil Beck aufgebauten Landes- und Bundesleistungszentrums für Fechtsport als „Fechterstadt“ bekannt. In den 1970er Jahren prägte der FC Tauberbischofsheim den Ruf der Stadt als „Tauberbischofsheimer Goldschmiede“. Seit 1986 ist der Verein Olympiastützpunkt für mehrere Sportarten.
 


Donnerstag 29.09.2016 - Würzburg



Geparkt haben wir gleich am UNESCO Weltkulturerbe, der Würzburger Residenz.
Die UNESCO begründet die Aufnahme ins Welterbe damit, die Würzburger Residenz sei „das einheitlichste und außergewöhnlichste aller Barockschlösser“, „einzigartig durch ihre Originalität, ihr ehrgeiziges Bauprogramm und die internationale Zusammensetzung des Baubüros“, eine „Synthese des europäischen Barock“. Sie veranschauliche zudem „einen der strahlendsten Fürstenhöfe Europas“.



Um uns einen ersten Überblick über die Sehenswürdigkeiten Würzburgs zu verschaffen, haben wir zunächst an einer etwa 40 minütigen Stadtrundfahrt teilgenommen. Danach blieb dann noch genügend Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.



Die Fahrt mit dem Bimmelbähnchen gewährte uns zunächst einen Einblick in die historische Baukunst der Würzburger Altstadt. Vorbei ging es am Dom St. Kilian mit seinen beindruckenden Türmen und an der Alten Universität. Von der Alten Mainbrücke hatte man einen schönen Blick auf die Festung Marienberg, die ich später noch erklimmen sollte.



Würzburg ist eine kreisfreie Stadt in Bayern (Bezirk Unterfranken). Die Stadt ist Sitz der Regierung von Unterfranken und des Landratsamtes Würzburg sowie Bischofssitz der Diözese Würzburg der Römisch-Katholischen Kirche. Gegenwärtig hat die Stadt am Main, die eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern ist, ca. 125.000 Einwohner und steht damit auf der Liste der größten Städte Bayerns an sechster Stelle hinter München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt.



Im Jahr 704 wurde Würzburg erstmals als „Castellum Virteburch“ urkundlich erwähnt und 2004 das 1300-jährige Stadtjubiläum gefeiert. Im Mittelalter war die Stadt ein bedeutendes wirtschaftliches, geistliches und hoheitliches Zentrum. Bis zur Industriellen Revolution blieb die überregionale Bedeutung hoch, es entstand ein eindrucksvolles Stadtbild. Dieses wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, insbesondere durch den Bombenangriff am 16. März 1945. Beim Wiederaufbau wurden bedeutende Einzeldenkmäler wie die meisten Kirchen der Altstadt äußerlich rekonstruiert, jedoch nur wenige Bürgerhaus-Ensembles und Traditionsinseln.

Mit der Julius-Maximilians-Universität, die in der Tradition der 1402 gegründeten Hohen Schule zu Würzburg steht und damit die älteste Universität Bayerns ist, zählt die Stadt zu den klassischen deutschen Universitätsstädten. Die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und die Hochschule für Musik Würzburg sind weitere akademische Einrichtungen. Rund 38.000 Studenten (Stand Wintersemester 2015/16) und weitere Hochschulangehörige prägen das städtische Leben.



Stadterkundungen können ziemlich anstrengend sein...



Die Alte Mainbrücke war bis 1886 der einzige Flussübergang. Sie wurde von 1476 bis 1703 erbaut und zeichnet sich durch Heiligenfiguren aus, die um 1730 hinzugefügt wurden.



Die Festung Marienberg (auch Marienfeste genannt) ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Die Festung wurde von den Fürstbischöfen als Sitz gewählt, später zu Gunsten der neu erbauten, repräsentativeren Residenz aufgegeben.


 

 

 


Festung Marienberg: Erinnerung an den Bauernkrieg, Denkmal vor den Festungsmauern.


 


Für unsere Exkursion in die einzigartige Geschichte Würzburgs hatten wir einen ganz besonderen Spätsommertag erwischt: es herrschte Kaiserwetter. Aber es lag wohl nicht am Sonnenschein allein, dass wir uns hier so wohl gefühlt haben. Die Stadt Würzburg hat eben ein einmaliges Flair.



Freitag 30.09.2016 - Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim
 


Das Fränkische Freilandmuseum ist ein kulturgeschichtliches Museum. Es dokumentiert auf einem Gelände von fast 50 ha Bauen, Wohnen und Wirtschaften der unteren und mittleren Bevölkerungsschichten in Franken.

An diesem Ort war ich natürlich in meinem Element, denn es gab zahlreiche Fotomotive. Ich kann nur jedem empfehlen, der einmal in der Nähe von Bad Windsheim unterwegs ist, dem Freilandmuseum einen Besuch abzustatten. Die nachfolgenden Bilder sollen lediglich einen kleinen persönlichen Eindruck von einem tollen Herbsttag an diesem schönen Fleck wiedergeben.











































































Fazit

Franken, dass ist das Schlaraffenland für Leib und Seele. Eine rustikale und gleichzeitig sehr abwechslungsreiche Küche, schmackhafte Biere, hervorragende Weine und meisterliche Brände kann die Region bieten. Und an jeder Ecke gibt es schönste Winkel und jede Menge Geschichte zu entdecken. Eine Woche Urlaub reicht bei Weitem nicht, diesen schönen Landstrich auch nur annähernd zu entdecken. Ist aber ein gutes Argument, Franken einen weiteren Besuch abzustatten. Und das werden Angie und ich sicher auch bald wieder tun.