Tour de Eifel

Wie das immer so ist, kurz vor dem Urlaub ist es immer besonders hektisch im Büro und pünktlich zum Ferienstart kippt das Wetter um. Die Fahrt nach Würselen war schon seit Wochen geplant und ausgerechnet für diesen Freitag gabs dann eine Unwetterwarnung. Gleich vor dem Tourstart fiel dann auch der erste Regen. Das richtige Unwetter sollte dann aber erst nach unserer Ankunft über Aachen und Umgebung herfallen. Glück gehabt! Wir waren bei Angies Verwandschaft eingeladen. So hatten wir eine prima Unterkunft und das Motorrad stand in der Garage im Trockenen. Abends wurden wir noch in eine nette Kneipe eingeladen. Es gab eine zünftige Mahlzeit und frisch gezapftes Pils. Alles vom Feinsten. Es ging dann aber relativ früh ins Bett, denn für den nächsten Morgen war eine Motorradtour geplant. Wolfgangs Prognose war richtig: Das regnet sich heute Nacht aus und morgen früh ist bestes Motorradwetter. Und tatsächlich wurden wir am Samstag Morgen von herlichem Sonnenschein geweckt. Die 850er Moto Guzzi von Wolli sprang sofort an und entwickelte gleich einen super Sound.

Ab ging es auf eine interessante und abwechslungsreiche Tour. Allerdings mußten wir dann doch das ein oder andere mal vom Plan abweichen um den Regenwolken, die plötzlich auftauchten, auszuweichen. Irgendwie spielte das Wetter nun doch nicht so ganz mit. Trotzdem wurde es eine schöne Dreiländertour: Deutschland, Niederlande und Belgien. Das Aachener Umfeld ist ideal zum Motorrad fahren. Abwechslungsreiche Landschaften ohne Ende. So führte uns unsere erste Etappe dann auch gleich ans Dreiländereck. Der Ort ist der ultimative Anziehungspunkt für unsere holländischen Nachbarn. Berge und kurvenreiche Strecken gibt es in den Niederlanden nunmal nicht so häufig. Weiter ging es durch das schöne Mergelland. Das soll hier Holland sein? Fachwerkhäuser, kurvenreiche Berg- und Talstrecken? Ich konnte es erst garnicht glauben. Man lernt halt nie aus.

Die Grenzkontrollen zu unseren Nachbarländern sind längst gefallen. Aber es ist schon faszinierend. Man fährt über diesen imaginären Strich und befindet sich augenblicklich in einer völlig neuen Welt. Genau so erging es uns, als wir die Grenze von den Niederlanden nach Belgien überfuhren. Häuser, Straßen, Menschen.... alles wirkte plötzlich verändert. In Eupen haben wir Rast gemacht und uns in einem schönen Straßencafe einen Capucino gegönnt.

Marita und Angie sind dann erstmal los um Reisfladen zu kaufen. Der soll angeblich noch besser sein, als der Aachener Fladen. Angie hatte beschlossen unserem Nachwuchs Reisfladen als Mitbringsel zu schenken. Jedenfalls war sie ziemlich schwer beladen als sie nach ihrem Einkauf am Straßencafe auftauchte. Wie sollte das alles in den Krauser-Koffern verstaut werden?

Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten ging es zurück auf deutschen Boden. Uns erwartete die Eifel mit geilen Kurven und wunderschönen Fachwerkdörfern. Unser Scout Wolfgang lotste uns weiterhin an allen Regenwolken vorbei. Den Abstecher zum Rursee mußten wir aber erstmal verschieben. In dieser Richtung gab es jede Menge tiefschwarze Wolken. So sind wir erstmal Richtung Bikers Ranch, wo wir uns mit einer deftigen Mahlzeit gestärkt haben. Nach dem Essen klarte es etwas auf. Von der Bikers Ranch ging es dann wieder zurück Richtung Rursee. Die Wolken hatten sich inzwischen andere Gebiete zum Ausregnen ausgesucht. Die Strecken, die wir anschließend befuhren waren der Wahnsinn pur. Schräglage ohne Ende. Man konnte garnicht genug davon bekommen, doch so langsam mußten wir zum Ende kommen. Schließlich sollte es am Abend wieder nach Hause gehen. Auf den letzten 2 Kilometern Richtung Würselen erwischten uns die Regenwolken dann doch noch. So kamen wir der Einladung auf eine gute Tasse Kaffee zum Abschied gerne nach. Die Heimfahrt haben wir dann wieder bei Regen angetreten. Doch kaum hatten wir die Bundesstraße erreicht, klarte es auf. Und es sollte sogar bis Essen trocken bleiben.

Die sieben Reisfladen kamen übrigens unbeschadet zu Hause an. War eine echt schöne Tour. 420 km in 1 1/2 Tagen. Vielen Dank nochmal an Marita und Wolfgang für Ihre Gastfreundschaft und die gelungene Scoutarbeit.

Mit den Mopeds an die Mosel

Vom 07. bis 09. Oktober 2005 war es endlich soweit. Wir hatten uns schon lange auf die Motorradtour an die Mosel gefreut, auch wenn wir ein wenig skeptisch wegen des späten Termins waren. Aber gleich beim Start am Freitag wurden wir eines Besseren belehrt. Herlicher Sonnenschein begrüßte uns zum Auftakt der Tour. Gestartet wurde in zwei Gruppen. Unser Trupp machte sich um 11 Uhr mit 5 Maschinen auf den Weg. Es ging durch das bergische Land und irgendwo bei Bonn an den Rhein. Unser Scout Thommy hatte eine super Strecke ausgesucht. Es ging über kleine kurvenreiche Strecken und durch interessante Landschaften. Wir haben einige Pausen eingelegt. So war dieser erste Tag auch nicht so anstrengend und wir kamen am frühen Abend gut gelaunt in Winningen an der Mosel an. Im Bikerhotel Emmerich sind wir dann auf die anderen Tourteilnehmer getroffen. Wir waren dann noch in einem netten Restaurant essen. Angie bekam von der Kellnerin sogar noch eine kostenfrei Weissbier-Dusche. Anschließend nutzte sie dann jede freie Minute um ihre Jeans trocken zu föhnen. In unserem Hotel gönnten wir uns noch ein Bier. Dann ging es zeitig ins Bett. Denn gleich am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Trier.

Auch am Samstag ging es bei gutem Wetter los. Anfangs war es noch ziemlich nebelig. Aber das legte sich mit der Zeit und die Sonne kam heraus. Mit 11 Motorrädern und 18 Tour-Teilnehmern ging es zunächst an der Mosel längs. Es war schon eine beeindruckende Karawane, die man im Rückspiegel beobachten konnte. Auf Dauer war der Weg am Fluss entlang etwas eintönig. Und so führte uns Thommy dann über kleine und wenig befahrene Strecken durch das Hinterland. Die Kurven und Spitzkehren waren einmalig. Man hatte ziemlich zu ackern um hier mit der vollbepackten Maschine um die Ecken zu kommen. Irgendwelche Mopeds vor uns hatten im Asphalt bereits Spuren ihrer Hauptständer hinterlassen. Mit meiner kleinen Honda Seven Fifty kam ich noch ganz gut zurecht. Aber ich denke unser GoldWing-Fahrer hatte für den Rest des Tages ziemlich dicke Oberarme. Die Landschaft war einmalig schön. Weinberge ohne Ende, Felsvorsprünge und gemütliche Moseldörfer begleiteten uns auf unserer Fahrt. Und vom Motorrad aus empfindet man bekanntlich viel intensiver, als wenn man im Auto durch die Landschaft fährt. Etwas schwieriger gestaltete es sich allerdings mit den Pausen. Garnicht so einfach ein Lokal mit ausreichend Parkplätzen für 11 voll bepackte Motorräder zu finden. Und wenn wir dann in mittlerer Reisebusstärke in die Gaststätte stürmten, fiel regelmäßig der Koch in Ohnmacht. Aber wir haben dann doch irgendwann ein Restaurant gefunden, in dem sich das Personal dieser Herausforderung stellen wollte. So brauchten wir auch an diesem Tag nicht verhungern und konnten unsere Fahrt fortsetzen. Gegen 17.30 Uhr sind wir dann im Konvoi in die Einfahrt der Jugendherberge in Trier eingerollt. Und ich glaube wir haben hier ziemlich Aufmerksamkeit erregt. Die Jugendherberge überraschte uns positiv. Es gab Doppelzimmer mit Dusche und WC auf dem Zimmer. Und wie sich am nächsten Morgen herausstellen sollte, war das Frühstücksbuffet fas noch besser als im Biker-Hotel am Vortag.

Wir haben dann am Abend noch einen kleinen Ausflug in die Innenstadt von Trier gemacht. Das Wetter erlaubte es sogar, dass wir auf dem schönen Marktplatz am Ratskeller draußen sitzen konnten. Später sind wir noch in so ein Oktoberfest-Zelt direkt an der Mosel. Dort haben wir uns mit ein paar halben Litern Spaten-Bier gestärkt und einige Tour-Teilnehmer haben sich noch schnell eine Schweinshaxe reingepfiffen. Man will ja schließlich bei Kräften bleiben. Aber alles verlief auch an diesem Abend in zivilisierten Bahnen und es ging rechtzeitig in die Jugendherbergs-Betten. Schließlich stand am Sonntag noch ein ziemlich weiter Rückweg bis nach Essen an.
So ging es am Sonntag Morgen auch wieder pünktlich um 10 Uhr los. Die Maschinen sprangen zuverlässig an und nach einem kurzen Tankstopp ging es dann zügig Richtung Eifel. Dort wurden wir allerdings von einer ziemlich miesen Nebelwand empfangen. Es ging daher eine ganze Strecke im Blindflug weiter. Ziemlich anstrengend das Ganze. Erst gegen Mittag rissen die Wolken auf und es wurde dann ein schöner sonniger Tag. Am Nürburg-Ring vorbei ging es ins Ahrtal. Dort schien sich an diesem Wochenende die gesamte Bundesrepublik getroffen zu haben. Fußgänger, Fahrradfahrer, Autos und Motorräder quälten sich durch die enge Straße am Fuß der Weinberge. An ein zügiges Vorankommen war nicht zu denken. Wir sind dann nachmitags in so einen Bikertreff: "Burn Out". Und der Treff machte seinem Namen alle Ehre. Das Personal schien absolut am Burn-Out-Syndrom zu leiden. Jedenfalls war es schon fast 17 Uhr, als wir dort endlich wegkamen. Und wir hatten noch eine ziemliche Strecke vor uns. Also ging es dann nach einem kurzen Tankstop auf schnellstem Weg auf die Autobahn. Kurz vor dem Kölner Ring haben wir uns nochmal auf einem Autobahnrastplatz getroffen. Dort hieß es Abschied nehmen. Die meisten wollten schnellstmöglich über die Autobahn nach Hause. Thommy, Tina, Angie und ich sind dann weiter über die Autobahn Richtung Wuppertal. In Wermelskirchen ging es runter und dann durch das Bergische Land Richtung Hattingen. Gegen 20 Uhr waren wir in Burgaltendorf und es war schon ziemlich dunkel.
 
Fast 800 Kilometer haben wir an diesem Wochenende auf dem Bock verbracht. Und es war einfach nur super. Daher an dieser Stelle erst einmal ein herzliches Dankeschön an unsere Reiseleiter Thommy und Tina. Es war alles perfekt organisiert. Dank auch an die ganze Truppe. War nett von Euch, dass ihr uns als blutige Anfänger mitgenommen habt. Wir hoffen, wir haben Euch nicht zu sehr ausgebremst. Es war eine tolle Tour mit Euch, die Lust auf "mehr" gemacht hat. Am liebsten hätte ich mich gleich am Montag wieder aufs Motorrad gesetzt. Statt dessen hab ich mir den Hintern gleich wieder am Schreibtischstuhl plattge-sessen und Überstunden gemacht. Aber in Gedanken bin ich all die Kurven vom Wochenende nochmals abgefahren.