Samstag 31.05.2014: über drei Pässe zum Karersee



129 Kilometer (Track-Datei)

Mittlerweile haben wir die Erfahrung gemacht, dass in den Dolomiten jeder Motorradkilometer mindestens doppelt zählt. Denn auch schon die Wege hin zu den Pässen, bieten Kurven und Kehren ohne Ende. Mit den im Vorfeld geplanten Touren von mehr als 300 Kilometern kann man wenig anfangen. Die sind hier einfach nicht zu schaffen. Wir haben heute auf eine Tour zurückgegriffen, die vom Hotel la Stüa als Halbtagestour ausgewiesen wurde. Auf unserer 3 Pässe-Tour waren wir trotz der geringen Kilometerzahl erneut 4 Stunden und 23 Minuten unterwegs. Allerdings haben wir uns heute mehr und längere Fotostopps gegönnt.







Von Cavalese aus ging es über die Via delle Dolomiti und dann über den Passo San Lugano nach Aldino. Nächstes Etappenziel war der Monte San Pietro und hinter Nova Ponente wartete der Passo Costalunga mit einer Passhöhe von 1.700 Metern über Normalnull auf uns. Bei Nova Levante ging es rechts ab auf die Strada Carezza und am wunderschönen Karersee haben wir eine längere Pause eingelegt und beeindruckende Fotos geschossen.













Über Vigo di Fassa ging es dann auf den gut zu fahrenden Passo San Pellegrino mit einer Passhöhe von 1918 Metern. Am Ende der Passstraße ging es gleich rechts über den Passo Valles weiter. Dieser hat eine Passhöhe von 2033 Metern und daher gab es dort noch reichlich Schnee neben der Straße. Über Paneveggio und Predazzo ging es zurück zum Hotel la Stüa in Cavalese. 









Sonntag 01.06.2014: Passo di Giou und Drei Zinnen



246 Kilometer (Track-Datei)

Heute gab es mal wieder Tornanti ohne Ende und zur Belohnung fantastische Blicke auf die Dolomiten. Die Wetterprognose war mal wieder nicht so klasse. Doch es ist uns an diesem Tag wirklich gelungen, die Regenwolken abzuhängen. Nur ein paar Tropfen haben uns erwischt. Und auf den Passhöhen waren auch mal ein paar Schneeflocken dabei.

Aber nun erstmal der Reihe nach. Unser Ziel waren die Drei Zinnen. Und um die Tageskilometer in annehmbaren Grenzen zu halten, haben wir die Strecke nicht als Rundtour geplant. Hin- und Rückweg gingen über die gleiche Route. Und da die es heute ganz besonders in sich hatte, stellte sich dieses als geniale Planung dar.

Der erste Pass des Tages war der Passo Valle, den wir ja schon am Vortag kennenlernen durften. Und wenig später ging es am Giaupass so richtig auf die Jagd nach Serpentinen und Höhenmetern.





Über 50 Kehren warten hier auf den ambitionierten Motorradfahrer. Und die verteilen sich auf einer Strecke von gerade mal 15 Kilometern. Eine perfekt ausgebaute Kehrenstraße führt in nicht mehr enden wollenden Serpentinen zum Himmel.





Auf der Passhöhe von 2.233 Metern erwartete uns eine wahre Winterlandschaft. Schade, dass wir die Skier nicht dabei hatten. Der Rundblick am Passo di Giou ist phänomenal. Hier gibt es einen tollen Blick auf den Monte Civetta.

Hinter Cortina d` Ampezzo ging es dann auf den Misurina-Pass. Und gleich hinter dem Ort Misurina bogen wir in die Drei-Zinnen-Straße ein. Tre Cime di Lavaredo – Die Drei Zinnen gehören zu den schönsten Gipfelpanoramen, die die Dolomiten bieten. 11 Euro Maut sind für die nur 9 Kilometer lange Passstraße pro Motorrad zu berappen. Es ist aber gut investiertes Geld für den Panoramablick, der sich nach teilweise 20 % Steigung bietet. Vollbeladen kommt hier jedes Motorrad ins Stöhnen. 2.400 Höhenmeter kappen spürbar die Motorleistung. Oben an der Auronzo-Hütte hat man das Gefühl auf dem Dach der Welt zu stehen. Weit drunten im Tal liegt das Städtchen Auronzo, ringsum kratzen die Spitzen der Sextener Dolomiten am Himmel.

















Irgendwann mussten wir uns von diesem tollen Ausblick wieder losreissen, galt es doch noch die Rückfahrt nach Cavalese zu meistern. Und auf diesem Weg lagen ja unter anderem nochmal die 50 Tornantis des Passo di Giou.





Angie war am Ende recht erschöpft, hatte aber immer noch ein dickes Grinsen im Gesicht. Und ihr Oberame hatten Ausmasse wie die von Arnold Schwarzenegger in seinen besten Tagen.



Montag 02.06.2014: Würzjoch und Passo Pordoi

212 Kilometer (Track-Datei)

212 Kilometer, 4 Pässe und Kehren ohne Ende. Bevor es heute losgehen konnte, mussten die Motorräder erstmal betankt werden. Und das ist in Italien so eine Sache für sich. Der Liter Super kostet zwar die stolze Summe von knapp 1,80 Euro, für diesen Preis setzt sich aber kaum jemand hinter die Kasse der Tankstelle. Und da der Bezahlautomat weder meine EC- noch die Mastercard akzeptiert, gilt es die Maschine mit den für eine mutmaßliche Vollbetankung notwendigen Euroscheinen zu füttern. Auch beim Bargeld stellt sich der Automat häufig äußerst kritisch an, was so einen Tankvorgang jedes mal zu einem kleinen Abenteuer werden lässt.





Irgendwann haben wir uns dann doch noch mit Motorradfahren beschäftigt. Angefangen haben wir mit dem Lavazejoch. Dieser Pass liegt gleich beim Hotel la Stüa und ist schon fast so etwas wie unsere Hausstrecke. In Cardano ging es dann auf die alte Brennerstraße, der wir bis Brixen treu blieben. Und gleich hinter Brixen suchten wir uns den Einstieg für Pass Nummer 2: das Würzjoch.





Das Würzjoch liegt etwas außerhalb der Hauptrouten und wird daher nur von wenigen PKW befahren. Die Straße ist zeitweise recht eng und der Straßenbelag ist etwas gewöhnungsbedürftig. Das hat allerdings den Vorteil, dass sich hier nur wenige Rennbrezeln hin verirren. Man kann die Passstraße daher relativ ungestört befahren und die schöne Aussicht genießen. Der Pass mit einer Gesamtlänge von 20 Kilometern hat eine Passhöhe von 2.006 Metern.



Hinter Arabba ging es dann auf den Campolongopass. Gleich zu Beginn der 10 Kilometer langen Passstrasse wartet eine Gruppe von steilen und engen Serpentinen. Alle 20 Meter eine Kehre, das hat schon was. In Corvara endet das Vergnügen dann bereits wieder. Doch das eigentliche Highlight des Tages sollte ja noch folgen.



Die Straße zum höchsten Pass der Dolomiten, dem 2.239 Meter hohen Pordoijoch, gilt als Route der Superlative. Warum musste ausgerechnet hier meine Action-Cam streiken?





Das Pordoijoch gilt als Königin der Dolomiten. Gleich am Anfang geht es hinein in eine mit Serpentinen gespickte Steilwand. Über 600 Höhenmeter auf einer Distanz von nur ein paar Kilometern, dass garantiert Kurvenspass pur. Bis hoch zur Passhöhe des Passo Pordoi sind es 33 Kehren. Und dort bietet sich einmal mehr eine fantastische Aussicht: rechts die Türme und Blöcke der Sella-Gruppe (3.151 Meter), links das ewige Eis der Marmolada (3.342 Meter). Bei der Abfahrt auf der Westseite sind es dann noch einmal 25 Serpentinen, die sich flott durchfahren lassen.







In Soraga erwischte uns dann eine ziemlich fiese Regenwolke, sodass wir die Regenkombis überziehen mussten. Im Valle de Fiemme angekommen wartete herrlicher Sonnenschein auf uns, sodass uns unter der Regenhaut ziemlich warm wurde.



Dienstag 03.06.2014: Neuschnee auf unserer Route

182 Kilometer (Track-Datei)



Gestern, am späten Abend, setzte in Cavalese heftiger Regen ein. Noch als wir ins Bett gegangen sind, prasselte der Regen gegen die Fensterscheiben. Morgens kam dann aber immer wieder mal die Sonne zwischen der Wolkendecke raus. Für heute hatten wir uns den Rollepass über den Monte Grappa und den Passo Duran vorgenommen. Und da gestern am Pordoijoch die Technik der Videokamera versagt hatte, sollte es zur Vervollständigung des Filmmaterials auch nochmal über diesen tollen Pass gehen.







Vor dem Rollepass kamen uns zwei Motorradfahrer aus dem Lahn-Dill-Kreis entgegen, die uns berichteten, dass die Überfahrt über den Passo di Rolle gesperrt ist. Das was in Cavalese gestern Nacht an Regen runtergekommen war, kam in 1.970 Metern Höhe als Schnee runter. Und da auch der Passo Valle ab dem heutigen Dienstag wegen einer Baustelleneinrichtung zeitweise gesperrt war, mussten wir uns erst einen anderen Einstieg in unsere Route suchen. Über den Passo di San Pellegrino fuhren wir bis Cencenighe und dann weiter Richtung Arabba. Dort ging es mit flotten Schwüngen in die ersten Serpentinen. Doch dann setzte leichter Regen ein. Aus dem leichten Regen wurde ein heftiger Schauer und je näher wir der Passhöhe von 2.239 Metern kamen, umso größer wurde der Anteil von Hagel und Schnee im Niederschlag. Oben angekommen waren wir ziemlich nass und durchgefroren.













Nach einer kurzen Pause ging es dann fast ohne Regen ins Tal in Richtung Canazei. Bei Vigo di Fasso sollte es eigentlich noch über den Passo Costalunga und später übers Lavazejoch gehen. Doch die Wolken am Himmel verhießen nichts Gutes und so wählten wir doch lieber den direkten Weg nach Cavalese.

Mittwoch 04.06.2014: Mit dem Auto zum Gardasee

Motorradpause an diesem Mittwoch. Ursprünglich stand das Timmelsjoch auf dem Tagesprogramm. Doch für die Passstraße waren Schneefälle angekündigt. Da haben wir dann doch lieber verzichtet und uns ein Alternativprogramm mit dem Auto ausgedacht.





Wir sind zum Gardasee gefahren und haben uns an der Sonne und den angenehm frühlingshaften Temperaturen erfreut. Wir haben es genossen ein wenig am Ufer des Lago die Garda entlang zu schlendern, haben uns Torbole angeschaut und in Malcesine ein wenig Dolce Vita geschnuppert. Und natürlich haben wir schöne Fotos und Videos geschossen.







Der Gardasee ist der größte italienische See überhaupt. Aufgrund seiner beeindruckenden Lage und Schönheit war er schon zu Zeiten der Römer sehr beliebt. Aufgrund der hervorragenden klimatischen Bedingungen zählt der Gardasee gerade im Frühjahr und im Herbst zu den empfehlenswerten Zielen Mitteleuropas.