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Trentino & Dolomiten 2014

Im Frühsommer des Jahres führte uns unser Weg nach Cavalese ins Fleimstal (Valle di Fiemme). Dort waren wir für knapp 2 Wochen im Tourenfahrer-Partnerhaus Hotel la Stüa zu Gast.

Unser Urlaubsort: Cavalese



Cavalese ist ein Ort mit ca. 4.000 Einwohnern in der autonomen Provinz Trient (Trentino), etwa 20 km südlich von Bozen und 30 km von Trient gelegen. Es ist Verwaltungssitz des Fleimstals (Valle di Fiemme).



Bis 1919 gehörte Cavalese zur gefürsteten Grafschaft Tirol und somit zu Österreich-Ungarn. Cavalese war Garnisonsstadt der k.u.k. Armee. 1914 war hier das Böhmische Feldjäger-Bataillon Nr. 12 stationiert.



In die internationalen Schlagzeilen geriet der Ort durch zwei schwere Unfälle der zum Monte Cermis führenden Luftseilbahn 1976 und 1998.






















Unser Unterkunft: das Tourenfahrer-Partnerhaus Hotel la Stüa



www.hotellastua.com

Im Hotel la Stüa haben wir uns pudelwohl gefühlt. Das Zimmer war gemütlich eingerichtet und bot den Komfort, den man für einen entspannten Urlaub benötigt. Der Service und das Essen, wir hatten Halbpension gebucht, waren hervorragend. Der Gastronomiebereich war urgemütlich Es gab Parkplätze fürs Auto und den Motorradanhänger und überdachte Einstellplätze für die Motorräder. Reinigungsmöglichkeiten und Schrauberecke für die Mopeds waren ebenfalls vorhanden und ein ausgearbeitetes Roadbook mit 20 tollen Motorradtouren gab es obendrauf. Kurzum, es war die perfekte Unterkunft für einen tollen Motorradurlaub.




Montag 26.05.2014: Unsere Anreise

Die Anreise nach Cavalese hatten wir für den Sonntag geplant. In den frühen Morgenstunden sollte es losgehen, da wir nachmittags bzw. spätestens am frühen Abend an unserem Urlaubsort eintreffen wollten. Doch irgendwie stand unsere Fahrt in den Motorradurlaub unter keinem guten Stern. Über 1.200 Euro hatte ich vor dem Urlaub in den Audi investiert. Zuletzt war er wegen eines mit Leistungsverlust verbundenem Elektronikproblems in der Werkstatt und es sah eine zeitlang danach aus, dass der Wagen nicht mehr rechtzeitig fertig werden würde.

Hat dann aber doch noch alles rechtzeitig geklappt. Und am Freitag vor unserer Abreise hab ich dem Wagen noch ein neues Radio mit Navi gegönnt. Auch das konnte der Autoradio-Fachbetrieb noch punktgenau vor unserem Urlaub einbauen. Am Samstagmittag habe ich unseren Motorradanhänger vom Unterstellplatz abgeholt. Und siehe da, jetzt gab es Elektronikprobleme an der Anhängerkupplung. Der Anhänger zeigte garnichts an. Dafür spielte die Beleuchtung am Auto verrückt. Ich hab erstmal den Bootsanhänger eines Bekannten mit meinem Anhängerstecker verbunden. Okay, der Fehler lag eindeutig beim Auto und nicht an meinem Motorradanhänger. In der Folge haben wir vier defekte Sicherungen ausgetauscht. Dann funktionierten Stand- und Bremslicht schonmal wieder. Nur das mit dem Blinker konnten wir nicht hinbekommen. Und auch der herbeigerufene ADAC konnte den Fehler nicht beheben.

Der Plan war also, am folgenden Montag den Bosch-Dienst aufzusuchen und später in den Urlaub aufzubrechen. Doch dann hat mein fachkundiger Nachbar Andreas sich nochmal an die Fehlersuche begeben. Und plötzlich funktionierte wieder alles. Wir sind dann mit leichter Verspätung in der Nacht von Sonntag auf den Montag zu unserer Fahrt in den Urlaub aufgebrochen. 



Um 2:00 Uhr am Morgen lenkte ich unser Gespann in Richtung A44. Und eigentlich gibt es nichts Negatives zu berichten. Die Technik funktionierte, es gab keine Staus oder Unfälle unterwegs. Ruckzuck waren wir auf dem Brenner und strebten unserem Ziel im Trentino entgegen.



Zum Schluss unserer 970 Kilometer langen Gesamtstrecke schickte uns das Navi allerdings noch über den Passo di Lavazè. Vielleicht hätte uns das Verbotsschild mit der Sperrung für größere LKW´s und kleinere Laster mit Anhänger warnen sollen. Doch so kurz vor dem Ziel konnte uns jetzt nichts mehr aufhalten. So hatte unser etwas betagter Audi doch einiges zu leisten, Angie und mich, sowie das Gepäck  und die beiden Motorräder auf dem Anhänger über das Lavazèjoch zu schleppen.

Letztendlich kamen wir um 14:30 Uhr wohlbehalten an und konnten unser gemütliches Zimmer beziehen. Vorher galt es aber noch im strömenden Regen die Motorräder vom Hänger zu laden.

Dienstag 27.05.2014: Ein verregneter Urlaubsbeginn

84 Kilometer (Track-Datei)

Aufgrund des Schlafverlustes an unserem Anreisetag haben wir es am Morgen langsam angehen lassen. Nach dem Frühstück habe ich noch schnell über MapSource eine kleine Route zum Aufwärmen geplant. Das Wetter am Vortag war ja nicht so toll. Heute Morgen war es zwar wolkenverhangen aber niederschlagsfrei. Zunächst haben wir eine Tankstelle gesucht um die Tanks unserer Mopeds mit dem hier wertvollen Super 95 zu füllen. Mit 1,85 Euro pro Liter Super wäre Wein aus dem Trentino fast schon eine preisgünstige Alternative.



Zunächst sind wir bis Vigo di Fassa und dann in Moena auf den Passo di San Pellegrino. Doch nach wenigen Metern standen wir vor einer Straßensperre. Also wieder zurück nach Vigo di Fassa um dort auf den Passo Costalunga einzuschwenken. Wegen des leichten Nieselregens hatten wir schon unterwegs an einer Tankstelle die Regenjacken übergezogen. Doch nach den ersten Kehren auf der Passstraße wurde es recht heftig mit dem Regen. Oben angekommen sind wir in die komplette Regenausrüstung geschlüpft (irgendwie der falsche Ausdruck für unsere Verrenkungsübungen) und sind wieder retour. Zurück an der Unterkunft hatten wir gerade mal 84 Kilometer bei unserer Tourpremiere auf dem Tacho. Da ist also noch reichlich Potenzial nach oben. Dafür waren die Klamotten schön nass und die Mopeds haben schon ein richtig schönes Bergstraßen-Outfit.





Mittwoch 28.05.2014: das Rosengartenpanorama



129 Kilometer (Track-Datei)

Gleich am Morgen lachte die Sonne. Und erstmals konnte man die Berge rund um Cavalese ohne Wolken betrachten. Wir beschlossen kurzfristig die am Vortag ausgefallene Einführungsrunde nachzuholen.





Von Cavalese ging es erneut über Tesero nach Predazzo. Der Passo di San Pellegrino war noch immer gesperrt. Also ging es auf direktem Weg nach Vigo di Fassa und dort auf den Passo Costalunga, auf dem wir am Dienstag unsere Tour noch wegen schlechten Wetters abbrechen mussten.



Weiter ging es über den Nigerpass. Hier gibt es das klassische Dolomiten-Panorama überhaupt: den Blick auf das Rosengartenmassiv. Der 20 km lange Pass erreicht eine Höhe von 1.688 m und bietet bestens ausgebaute Kurven.

 

Über San Cipriano und Tires ging es weiter nach Prato all` Isarco und dann links zurück auf den Passo Costalunga. Über den Passo di Lavaze führte unsere Route nach Aldino und wieder zuück ins Val di Fiemme.



Diese Einführungsrunde über 129 Kilometer konnte sich doch schon mal sehen lassen. Und am Donnerstag sollte das Wetter noch besser werden.



Donnerstag 29.05.2014: Passo Sella und Grödner Joch

183 Kilometer (Track-Datei)

5 Stunden und 46 Minuten für 183 Kilometer. Da müssen ein paar Spaghetti-Strecken und Kehren auf dem Weg gelegen haben. Bei trockenem Wetter sind wir am Morgen Richtung Vigo di Fassa aufgebrochen.



In Canazei ging es dann auf den Passo Sella. Die Pass-Straße über das Sellajoch zählt zu den attraktivsten Routen in den Dolomiten. Auf der Passhöhe in 2.244 Metern haben wir unsere Motorräder auf dem Seitenständer abgestellt um das traumhafte Dolomitenpanorama zu bewundern. Im Süden sticht die weiße Spitze des Marmolada-Gletschers (3.342 Meter) in den Himmel, drüben im Westen ragt die Langkofelgruppe (3.181 Meter) auf, und im Osten thronen die groben Klötze der Sella-Gruppe (3.151 Meter).











Bei der flotten Abfahrt vom Sellajoch ging es gleich rechts zum nächsten Dolomiten-Highlight: dem Grödner Joch. Der Pass hat eine Höhe von 2.137 Metern. Hier gilt die Devise: Tempo drosseln und lieber ab und zu einen Blick auf die tolle Natur werfen. Steil und zerklüftet ragen die Bastionen des Sella-Stocks in den Himmel, als ob sich die Natur eine Festung gebaut hätte.











Über Kastelruth, wo die berühmten Spatzen ihr zu Hause haben, ging es weiter bis zur Mautstation der Seiser Alm. Dort haben Angie und ich uns den mitgebrachten Proviant einverleibt. Die Gebühr für die Seiser Almstraße haben wir uns allerdings gespart. Hinter San Cipriano ging es dafür nochmal auf den Nigerpass und in Carezza al Lago auf den Karerpass.



In Ponte Nova di Sopra haben wir dann mit dem Lavazejoch den letzten Pass des Tages in Angriff genommen. Die Passhöhe liegt hier bei 1.805 Metern. Die 22 Kilometer bieten alles was Motorradfahren interessant und spannend macht.



Im Hotel la Stüa angekommen, haben wir uns erstmal einen Capucino gegönnt und sind in Gedanken nochmal alle heute gefahrenen Kurven und Kehren durchgegangen.

Freitag 30.05.2014: die Bozenrunde

236 Kilometer (Track-Datei)

Die Wetterprognose war nicht wirklich gut. Spätestens zum Nachmittag hin war eine Regenwahrscheinlichkeit von 70 % vorhergesagt. Wir haben uns trotzdem auf den Weg gemacht. Bange machen gilt nicht. Für heute hatten wir uns die Bozenrunde ausgesucht. Von Cavalese aus ging es über die Via delle Dolomiti nach Ora und am Lago di Caldaro vorbei zum Mendelpass. Dieser führt zwar auf eine Passhöhe von gerade mal 1.363 Meter, aber die 25 Kilometer haben es gewaltig in sich.



Die Auffahrt verläuft zunächst recht unspektukalär. Doch nach ein paar Kilometern meldet sich die Neubaustraße ab, und die alte Passstraße kommt ins Spiel. Hier serviert der Mendelpass mit unzähligen Kehren und Serpentinen großartigen Motorradspaß. Der Motorrad-Reiseführer aus dem Highlightsverlag empfiehlt wegen der vielen unübersichtlichen Kurven und dem phantastischen Panoramablick ins Etschtal ein gelassenes Angehen der Passstraße. Diesen Ratschlag haben die zahlreichen Heizer von der Langnesemännchen-Fraktion wohl überlesen, was dem eher ruhig veranlagtem Tourenfahrer ein noch größeres Mass an Gelassenheit abverlangt.



Im weiteren Tourverlauf führte unsere Route am Lago di Santa Giustina vorbei und in Bozen erwarteten uns kleinste und kurvige Straßen vorbei an Obstplantagen und Weinbergen. Die Straßenführung war hier mitunter abenteuerlich. Von Narano aus haben wir ein Stück des Gampenpasses befahren. In Tesimo haben wir uns ein gemischtes Eis gegönnt. Eine kleine Erfrischung bevor es durch den Feierabendverkehr von Bozen ging.



Auf der alten Brennerstraße haben Angie und ich uns im dichten Verkehr aus den Augen verloren. Gut, dass wir uns noch eine zeitlang über die Funkverbindung verständigen konnten.



Hinter Prato ill´Isarco warteteten nochmal 15 wirklich enge Kehren auf uns. Doch so langsam stellt sich auch in engen Haarnadelkurven eine gewisse Routine ein. In der Folge waren wir dann eigentlich ständig auf der Flucht vor den Regenwolken, haben letztendlich aber nur ein paar Tropfen abbekommen. Später ging es einmal mehr auf den Passo Costalunga und auf den Passo di Lavaze. Nach 6 Stunden und 40 Minuten kamen wir mit 236 Kilometern mehr auf den Tachos in Cavalese an. Gefühlt waren es heute an die 500 Tornanti. Und Angie und ich hatten am Abend ganz schön dicke Oberarme.

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