Ein verlängertes Wochenende lang in der Eifel, an der Mosel und im Hunsrück unterwegs

Die Motorradsaison 2013 hat spät im Jahr begonnen. Das Frühjahr war wettertechnisch ziemlich durchwachsen und so verbrachte meine Varadero deutlich mehr Zeit in als außerhalb der Garage. Und so lag ich gegen Ende September 2013 mit der diesjährigen Kilometerleistung deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ein Grund mehr, nochmal etwas mit dem Motorrad zu unternehmen. Angie, die beste Ex-Sozia von allen, befand sich mit ihrem Kegelclub "die Sternschnuppen" auf Kegeltour.  Die motorradfahrenden Sternschnuppen-Zugemuteten haben in den Vorjahren dann häufig zeitgleich eine gemeinsame Motorradtour veranstaltet. Doch Dirk hat es mittlerweile an die Küste verschlagen und Thommy renoviert zur Zeit einen Bauernhof, den sich seine Tochter zugelegt hat. So habe ich mich vom 26.09 bis 29.09.2013 alleine aufgemacht um den Regionen Eifel, Mosel und Hunsrück einen Besuch abzustatten.



Untergekommen bin ich einmal mehr im Hotel Pappelhof in Weidenbach / Vulkaneifel. Meine Bemühungen ein Bett an der Mosel zu bekommen, blieben ohne Erfolg. Wegen der vielen Weinfeste brennt da am Wochenende zurzeit der Baum. Aber auch so habe ich es an diesen vier Tagen auf 980 Tourkilometer gebracht.

Die Anreise am Donnerstag hatte ich über kleinere und zum Teil kurvenreiche Straßen geplant. Bei meiner Abfahrt in Burgaltendorf sah es ziemlich nach Regen aus. Die eigentlich gute Wetterprognose stimmte dann noch bis Tönisheide. Dort habe ich mir Regenjacke und Regenhose übergezogen und auch bis zu meinem Tagesziel in der Vulkaneifel anbehalten. Von Linz am Rhein nach Remagen habe ich die Rheinfähre genommen. Vorbei am Nürburgring ging es dann schleunigst nach Weidenbach. Ich war froh, dass ich die Honda zum Trocknen im Schuppen abstellen konnte. Am Abend hab ich mir das ein oder andere Bitburger schmecken lassen, war früh im Bett und dafür beim Frühstück mal so richtig ausgeschlafen.



Am Freitag Morgen ging es dann nach dem Frühstücksbuffet gleich in Richtung Mosel.  Bei einer Fahrt durch die Eifel Ende September vermutet man den Wintereinbruch gleich hinter der nächsten Kurve. Soll heißen: Es ist arschkalt morgens um 9:15 Uhr auf dem Motorrad mitten in der Vulkaneifel! Einen großen Teil der geplanten Tour habe ich von einem Tourenfahrer-Insider-Tip übernommen. Dadurch bin ich über tolle Strecken gefahren, die ich sonst nie gefunden hätte. An der kleinen Moselfähre in Beilstein wäre ich fast vorbei gefahren.



Der Vorteil, wenn man alleine mit dem Motorrad unterwegs ist, liegt darin, dass man auf niemand Rücksicht nehmen muss. Daher gab es für mich auch nicht so viele Anlässe zum Anhalten. Folglich fehlen mir nun allerdings auch ein paar Fotos für diesen Tourbericht. Allerdings habe ich unterwegs hier und da die Action-Cam mitlaufen lassen. Wenn du dir die von mir erstellte Film- und Fotodokumentation anschauen möchtest, folge einfach dem nachfolgenden Link.

zur Film- und Fotodokumentation



Besonders gut haben mir die Fahrten mitten durch die Weinberge gefallen. Links und rechts Weinstöcke, kleine Straßen und richtig enge Kehren. Nur schade, dass man sich so auf den Straßenverlauf konzentrieren muss. Denn der Blick hinunter ins Tal der Mosel ermöglichte Blicke auf die tollsten Panoramen.





Auf dem Rückweg zum Pappelhof habe ich noch einen Abstecher zu einem der typischen Eifeler Maare eingelegt.









Am Samstag Morgen war das Wetter optisch um einiges besser. Die Sonne zeigte sich weitaus häufiger. Alleine die Temperaturen lagen wohl noch im einstelligen Bereich. Den Erfinder der Heizgriffe fürs Motorrad müsste man nachträglich für den Nobel-Preis vorschlagen.

Von Weidenbach aus ging es auf dem schnellsten Weg in Richtung Hunsrück. Dieser präsentierte sich dann wieder etwas nebelig, feucht und kalt. Doch irgendwann siehst du bei der Durchfahrt eines Ortes ein Schild "historische Altstadt". Du folgst dem Hinweis, stellst das Motorrad in der dir persönlich bislang völlig unbekannten Gegend ab und fühlst dich augenblicklich um Jahrhunderte zurück versetzt. So ging es mir an diesem Tag in der Ortschaft Herrstein, ein Ort mit einer tollen Mittelalter- und Fachwerkkulisse.













Vom Hunsrück aus ging es nochmal zurück an die Mosel. Bei strahlendem Sonnenschein habe ich hier viele schöne Bilder in meinem Kopf abgespeichert. Für den Besucher meiner Homepage, der auf die Festplatte in meinem Kopf nicht zugreifen kann,  verweise ich nochmals auf die weiter oben zu findende Film- und Fotodokumentation. Dieser Tourentag war ein wirkliches Highlight in der Motorradsaison 2013. Das schreit nach Wiederholung. 

Die Heimreise am Sonntag verlief relativ unspektakulär. Nachdem mein Navi mich gleich am Beginn der Rückreise einmal richtig veräppelt hatte, wählte ich den direkten Weg nach Hause. So kam ich bereits kurz nach Mittag relativ entspannt zu Hause an. Die beste Ex-Sozia von allen hab ich dann abends am Essener Hauptbahnhof in meine Arme geschlossen. Sie sah nach vier Tagen Kegeltour auf Norderney wesentlich erschöpfter aus als ich nach 980 Kilometern auf dem Sattel meiner Varadero.