Sonntag 02.09.2012 

Das Wetter an diesem Sonntag war jetzt nicht wirklich schlecht. Für eine schöne Tour durch die nähere Umgebung hätte es auf jeden Fall gelangt. Doch leider waren meine Mitreisenden etwas motorradmüde.


Am Frühstückstisch wurde mit einfacher Mehrheit entschieden, ein Alternativprogramm zu veranstalten. Als ich von dem Vorhaben erfuhr, mit dem Ausflugsdampfer eine Rundreise auf dem Wörthersee zu unternehmen, versuchte ich noch eine Zeit lang, mich einer anderen Reiseguppe anzuschließen, was allerdings auf den heftigen Widerstand meines Haushaltungsvorstands stieß. So musste ich mich schließlich der demokratischen Entscheidung beugen und kam mir an diesem Vormittag ein wenig wie die dänische Minderheit in Schleswig Holstein oder wie ein Sorbe aus dem Spreewald vor.





Die Geschichte dieses Tages ist daher schnell erzählt. Von Velden aus sind wir gut 4 ½ Stunden über den Wörthersee geschippert.











Am Ende unseres Ausflugs an den Wörthersee haben wir in Velden noch einige Harleys begutachten können, die mit ihren Fahrern zur European Bike Week am Faaker See angereist waren. Es gab also nochmal Fotomotive satt. Die Bilder findet ihr im nachfolgenden Fotoalbum.



Gegen 17 Uhr sind wir dann wieder an unserer Pension angekommen. Angie hat sich ein wenig hingelegt, um sich vom anstrengenden Bootsausflug zu erholen. Diese Chance hab ich genutzt, um nochmal schnell mit der Varadero die Turracher Höhe zu erklimmen. So bin ich an diesem Tag doch noch auf etwa 84 Motorradkilometer gekommen.

Montag 03.09.2012 

Heute sollte es dann aber doch mal wieder mit den Motorrädern losgehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir die Bikes fertig gemacht und sind zunächst die Tankstelle in Spittal angelaufen. Nach dem Befüllen der Tanks ging es nach Lienz um dort nach links auf die B 100 in Richtung Bozen abzubiegen. Leider war das erste Teilstück der Pustertaler Höhenstraße gesperrt. Hier wird nunmehr seit drei Jahren mit wenig Erfolg versucht, die abgesackte Straße an den Fels zu tackern. So konnten wir erst in Assling auf die kurvenreiche Höhenstraße stoßen.



In Anras haben wir eine Pause eingelegt und uns zur Mittagszeit einmal mehr mit einer guten Suppe gestärkt. Auch der schönen Pfarrkirche von Anras haben wir unseren Besuch abgestattet. In Strassen ging es zurück auf die Bundesstraße. Doch schon nach etwas mehr als 5 Kilometern bogen wir wieder nach links ins schöne Lesachtal ab.









Dieses sehenswerte Tal hatten Angie und ich garnicht so kurvig in Erinnerung. Leider fing es nach kurzer Zeit an zu regnen. Die zahlreichen engen Kurven mit dem nassen Asphalt im schlechten Zustand waren mit Vorsicht zu geniessen. Bevor es dann ins Gailtal hineinging haben wir in einem Cafe noch eine Kuchenpause eingelegt. Dort sind wir auf eine Gruppe von Harley-Fahrern getroffen. Diese wild aussehenden Typen trifft man hier jetzt an jeder Ecke. Alles Vorzeichen der European Bike Week am Faaker See. Überhaupt sind seit Anfang der Woche Unmengen von Motorrädern unterwegs. Die Veranstalter des Treffens rechnen bis zum Wochenende mit 80.000 Teilnehmern.



Natürlich haben nun auch die Polizeikontrollen zugenommen. Kurz bevor wir nach 238 Kilometern wohlbehalten beim Jakelbauer eingetroffen sind, gab es in Laas noch eine Geschwindigkeitskontrolle der Rennleitung. Gut, dass wir immer mit angepasstem Tempo unterwegs sind.

Dienstag 04.09.2012

Der Tag begann mit leichtem Regen. Daher hat es ein wenig gedauert, bis wir uns für eine Tagesplanung entscheiden konnten. Willi und Magga hatten sich beim Frühstück bereits ausgeklinkt. Für die Beiden geht es am frühen Mittwochmorgen wieder nach Hause. Und so hatten sie über Tag noch so das ein oder andere zu erledigen.



Angie und ich sind dann nach dem Frühstück erst einmal mit dem Auto nach Spittal. Dort haben wir bei Sima zwei schöne Ledergürtel für uns in Auftrag gegeben. Zurück beim Jakelbauern haben wir uns auf die Motorräder begeben und sind über Bad Kleinkirchheim die steile Rampe nach Falkertsee hinaufgefahren. Von dort hat man einen tollen Blick auf die Nockberge. Und natürlich gibt es hier die Heidi-Alm.





Von Falkertsee aus sind wir in Richtung Himmelberg gefahren um dann durch ein verstecktes Tal mit wenig Verkehr über den Gerlitzen in Richtung Villach zu fahren. Unser nächstes Etappenziel war die Villacher Höhenstraße. Natürlich war auch hier der Motorradverkehr durch die European Bike Week deutlich gesteigert. Bei unserer Auffahrt auf die Höhenstraße wurden wir von einer älteren schwarzen Yamaha verfolgt. Oben am Gipfel stellte sich dann heraus, dass es sich um einen Essener Biker handelte, der uns bei unserer Auffahrt durch die Kehren gefilmt hatte. Den Film hat er mir ein paar Wochen später, auf CD gebrannt, persönlich nach Hause gebracht. Echt nett, oder?









Von der Villacher Höhenstraße ging es dann wieder zurück zu unserer Pension. 155 Kilometer waren wir heute unterwegs. Dort wurden wir schon von Willi und Magga erwartet, denen wir dann geholfen haben, das Motorrad zu verladen. Den Abend haben wir dann erneut mit Kniffeln verbracht. Dann hieß es Abschied nehmen, denn für Willi und Magga ging es dann am frühen Morgen zurück ins Heimatdorf.



Mittwoch 05.09.2012

Das Wetter an diesem Mittwochmorgen sah recht gut aus. Also sind wir unserem Vorhaben nachgekommen über den Staller Sattel nach Südtirol zu fahren. Die Hinfahrt verlief bis auf den üblichen Stau in Lienz ohne Zwischenfälle. So richtig schön wurde die Tour, nachdem wir scharf links ins Defereggental einbogen. Ein wunderschönes Tal mit Blick auf ein beeindruckendes Bergpanorama, urige mit Holz verkleidete Bauernhöfe die wunderschön bepflanzte Balkone und Gärten aufweisen. Man fühlt sich fast ins Paradies versetzt. 
















Weiter oben im Tal folgt dann der Aufstieg zum Staller Sattel. Hier geht es bis auf 2052 Meter hoch und man hat dort die Vegetationsgrenze bereits überschritten. Von hier oben geht es eine enge und ziemlich kurvige Abfahrt hinunter ins Antholzer Tal. Hier befindet man sich jetzt in Südtirol. An der Enzianhütte haben wir uns leckere Hirtenmakaroni schmecken lassen.







Über Innichen geht es dann zurück auf der Pustertaler Straße bis zur Abbiegung ins Lesachtal. Hier waren wir ja erst vor wenigen Tagen gemeinsam mit Magga und Willi. Beim Andreaswirt haben wir nochmal eine Pause eingelegt.



Bei unserer Weiterfahrt hörten wir plötzlich leichtes Donnergrollen von den Bergen und dort zog sich der Himmel auf einmal zu. Kurz bevor wir die kurvenreiche Schlussetappe des Lesachtals erreichten, war der Untergrund wieder nass und ziemlich rutschig. Einmal mehr war Vorsicht bei der Abfahrt geboten. Im Gailtal sind wir die erste sich bietende Tankstelle angefahren, denn der Sprit in unseren Tanks wurde langsam knapp. Kurz danach habe ich mir wegen des anhaltenden Regens die Regenkombi übergezogen. Dann ging es über Hermagor und die Windische Höhe zurück zum Jakelbauer. 323 Kilometer haben wir auf unserer heutigen Königsetappe hingelegt. Geht doch!