26.08. bis 09.09.2012

Mit Willi und Magga in unserer Lieblingsmotorradregion


Sonntag 26.08.2012

In diesem Jahr wollten wir mal alles anders machen. Und daher sind wir erst im Spätsommer nach Kärnten gereist. Schließlich wollten wir unser bevorzugtes Motorradrevier auch einmal bei wirklich gutem Wetter erleben. Unsere letzten beiden Urlaubsaufenthalte beim Jakelbauern waren wettertechnisch eher durchwachsen.



Darüber hinaus konnten wir mit Willi und Magga, langjährige Freunde, die unsere Leidenschaft fürs Motorrad fahren teilen, für unser Urlaubsziel begeistern. So sind wir am Sonntagmorgen gegen 4:00 Uhr früh von Burgaltendorf aus mit zwei Gespannen gestartet, um uns mit den Motorrädern im Schlepp auf den Weg in die Alpenrepublik zu machen.

Den Gedanken müssen wir wohl mit vielen anderen Verkehrsteilnehmern geteilt haben, denn die Autobahnen in Richtung Österreich waren ziemlich frequentiert. Wir mussten uns durch so manchen Stau kämpfen, was allerdings mit dem Verkehr, der uns aus der Gegenrichtung entgegenkam, als eher harmlos zu bezeichnen war. An diesem Wochenende verstopfte eine riesige Rückreisewelle Bayerns Straßen.




Ab der österreichischen Grenze setzte dann ein heftiger und nie enden wollender Regen ein, der uns bis zu unserer Ankunft beim Jakelbauer begleiten sollte. Zuvor stand uns allerdings in der Ortsdurchfahrt von Feistritz noch ein Bierwagen im Weg. Hier wurde Kirchweih gefeiert. Und wir mussten uns über einige Umwege und enge Gassen mit unseren Gespannen eine Alternativroute suchen.

So war es bei unserer Ankunft bei Familie Unterkofler nicht nur reichlich nass, sondern fast auch schon dunkel. Über 950 Kilometer waren wir mit Umwegen unterwegs. Und für unsere Fahrt hatten wir mehr als 14 Stunden benötigt. Die Motorräder haben wir daher nicht mehr von den Anhängern entladen. Nur noch schnell das Gepäck auf die Zimmer gebracht und dann sind wir zum Essen in die Gaststube gegangen. Dort haben wir mit den anderen Gästen noch einen netten Abend verbracht. Dieser war allerdings recht früh zu Ende, da die Augen einfach nicht mehr offen bleiben wollten.

Montag 27.08.2012 

Der erste Blick aus dem Fenster endete nach wenigen Metern in einer grauen Nebelwand. Doch die verzog sich recht schnell an diesem Morgen. Nach dem Frühstück zeigte sich der Kärntner Himmel in Kaiserwetter-Blau. Kein Wölkchen störte beim Blick auf die umliegenden Berge.

Zunächst haben wir die Mopeds von den Anhängern gehievt. Dann sind wir mit dem Auto nach Döbriach, da wir noch die Kärnten-Card erwerben wollten. Zurück beim Jakelbauer haben wir uns gleich ins Motorradoutfit geschmissen. Die ersten Kurven und Kehren warteten bereits auf uns. Und davon gab es an diesem Tag gleich mal reichlich.



Auf direktem Weg ging es auf die Nockalmstraße, eine der schönsten Bergstraßen Kärntens. Und da wir die komplette Strecke dieser grandiosen Passstraße auf dem Hin- und Rückweg gefahren sind, waren es dann gleich mal 104 Kehren an unserem Premierentag.







Traditionsgemäß haben wir unsere Pause an der Pfanderlhütte eingelegt. Das Wetter war so gut, dass ich mein Speckbrot gleich auf der Terrasse zu mir nehmen konnte.



Auch die Turacher Höhe haben wir uns an diesem Montag noch gegönnt. Dieser Punkt stellt die Landesgrenze zwischen Kärnten und der Steiermark dar. Und hier wurde ein Gedenkstein aufgestellt, der ursprünglich über viele Jahrzehnte am steilsten Straßenstück der Bundesstraße 95, genau 60 Kilometer von Klagenfurt entfernt, stand. Für sehr viele Autofahrer ist  dieses Steilstück, genannt "der Sechziger", in besonderer Erinnerung. So mancher hat im Winter bei Eisglätte und Schnee an dieser Stelle das Fürchten gelernt. Es gab Blechschäden ohne Zahl, auch schwere Unfälle mit tödlichem Ausgang. Heute ist der Streckenabschnitt allerdings durch eine Umfahrung deutlich entschärft.



Zurück ging es noch um den Millstädter See. Und am Ende der Tour waren es dann neben den bereits erwähnten 102 Kehren auch 176 Kilometer, die wir auf ziemlich tollen Wegen unterwegs waren.

Dienstag 28.08.2012

Glocknerwetter! Kein Wölkchen am Himmel. Also ging es gleich nach dem Frühstück in Richtung Heiligenblut. Die Straßen waren frei und wir kamen zügig voran in Richtung Großglockner Hochalpenstraße.



Die Mautgebühr für ein Motorrad pro Tag beträgt heuer 22,- Euro. Mit der Kärnten Card gab es wenigstens einen Rabatt von 3,- Euro. Das Geld war an diesem Tag aber gut investiert. Solch eine klare Sicht auf die umliegenden 3000er gibt es sicher nur an wenigen Tagen im Jahr. Und so war das Gedränge an der Kaiser-Franz-Josef-Hütte enorm.







Von dort ging es weiter zur Edelweiss-Spitze. Hier durften wir uns eine gefühlte halbe Stunde lang in eine Schlange einreihen, bevor der Uniformierte uns den Weg freigab. Das Warten hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Die Aussicht von dort oben war phänomenal.















Auf der Rückfahrt haben wir uns noch den Jungfernsprung, einen imposanten Wasserfall angeschaut. Dann ging es zurück bis Spital, wo wir die Tanks der Motorräder mit dem kostbaren Super gefüllt haben. An unserer Pension angekommen hatten unsere Mopeds 260 Kilometer mehr auf den Tachos. Doch jeder Einzelne davon war genial.



Mittwoch 29.08.2012 

4 Motorräder, 3 Länder, knapp 300 Kilometer und jede Menge dicke Arme. Erneut lachte die Sonne über Feistritz an der Drau. Unser Plan, die Drei-Länder-Tour in Angriff zu nehmen, konnte umgesetzt werden. Heute schloss sich auch Helmar unserer Tour an, sodass wir zu fünft unterwegs waren. Zunächst steuerten wir das Rosental an. Auf dem Weg dorthin haben wir den Wörther See gestreift



Bei Kirschentheuer sind wir zum Loiblpass, dem Grenzpass zwischen Kärnten und Slowenien in den östlichen Karawanken, abgebogen. Durch kleine Dörfer und verschlungene Wege suchten wir uns einen Weg nach Bled.






Im Bleder See am Fuß der Julischen Alpen liegt eine kleine Insel mit der Marienkirche und ihrer berühmten Wunschglocke. In einem Cafe am Seeufer haben wir eine gute Tasse Kaffee und die Original Bleder Sahneschnitte genossen.











Den Abstecher zum Bohinjska See haben wir gestrichen, denn die Zeit rückte voran und wir hatten noch einige Kilometer abzuspulen. Über Podbrdo ging es in Richtung Tolmin. Der Weg führte uns über kleinste Passstraßen mit irrwitzigen Kurvenkombinationen und steilen Schluchten. Da konnte man wirklich dicke Arme bekommen. Unser weiterer Heimweg führte uns dann durch das am Soca-Fluss gelegene Bovec. Weiter ging es über den Passo del Predil nach Tarvisio in Italien.



Durch das Gailtal ging es nach Hermagor und über die Windische Höhe zurück zum Jakelbauer. Dicke Arme, schmerzende Popos und vor allem jede Menge Durst, aber schön war dieses 298 Kilometer lange Kurvenintermezzo schon.


Donnerstag 30.08.2012

Heute war eine kürzere Ausfahrt geplant. Mit den Marathontouren der vergangenen Tage hatte ich mir bei meinen Mitreisenden  wohl nicht gerade ungeteilte Begeisterung eingehandelt. Also ging es zunächst über Spittal und Gmünd ins Maltatal, wo unsere Motorräder bereits von der Malta Hochalpenstraße erwartet wurden.



Die 18 km lange Route ist zum Teil sehr verwegen in den blanken Fels gebaut und geizt nicht mit Panoramen und Ausblicken. Die verschlungene Trasse verlangt die volle Aufmerksamkeit. Es gilt unbeleuchtete Tunnels zu durchqueren, unter anderem wartet ein in den Fels gehauener Kehrentunnel auf den Fahrer.







Auch an der Kölnbreinsperre wartete auf mich ein kleines Abenteuer. Alles andere als schwindelfrei, habe ich mich auf den Airwalk an der Talsperrenmauer gewagt. Darunter geht es an die 200 Meter steil in die Tiefe.





Nach der Malta Hochalpenstraße haben wir unsere Bikes wieder in Richtung Villach gelenkt. Als nächstes ging es auf die Goldeck Panoramastraße, die tolle Ausblicke auf den Milstätter See, die Nockberge, die Karawanken und das Drautal bietet.



Zum Schluss unserer 165 Kilometer langen Tour wurde es noch ein wenig kritisch. Willi musste bereits auf dem Goldeck den Benzinhahn seiner XJR 1300 auf Reserve stellen. An der Tankstelle in Feistritz an der Drau kam er dann mit dem buchstäblich letzten Tropfen an.



Am Nachmittag sind wir noch mit dem Auto nach Spittal gefahren um ein paar Besorgungen zu machen und uns das Städtchen anzuschauen. Dort haben wir beim Metzgermeister Koch einen LKW mit ABS bestellt, der uns vom Meister persönlich serviert wurde. Ein LKW mit ABS ist übrigens eine Leberkaasweck mit a bisserl Senf.

Freitag 31.08.2012 

Unser erster und einziger Regentag beim diesjährigen Kärntenaufenthalt. Und der hatte es in sich. Es kamen Wassermassen vom Himmel. An Motorradfahren war nicht zu denken. Morgens sind wir nach Villach gefahren . Angie wollte bei Louis einen Tankrucksack für ihre F650GS erwerben, was ihr allerdings nicht gelungen ist. Bei Mc Cafe haben wir per I-Phone unsere Mails abgerufen. Dann sind wir durch den Regen über die A10 nach Gmünd um uns das Porsche Museum anzuschauen.









Willi als KFZ-Ingenieur war recht angetan von den ausgestellten Exponaten. Unser Kurzbesuch im Städtchen Gmünd endete dann abrupt in einer Gastwirtschaft, in dem wir eine „Kleinigkeit“ gegessen haben. Für mehr Sightseeing reichte das Wetter nicht. Den Rest des Tages haben wir rumgegammelt und den Abend beim Kniffeln in der Gaststube des Jakelbauer verbracht.

Samstag 01.09.2012 

Am Samstagmorgen versteckten sich die umliegenden Berge hinter einer dichten Wolkendecke. Die Straße war allerdings trocken. So haben wir uns dazu entschlossen eine kurze Motorradtour zu wagen, aber höhere Bergregionen zu meiden.



Als wir geggen 10:30 Uhr zu unserer Ausfahrt aufgebrochen sind war es noch ziemlich kalt. Ich habe es recht bald bereut, dass ich das Innenfutter der Motorradhose weggelassen habe. Die Turracher Höhe lag im dichten Nebel und die hohe Luftfeuchtigkeit sorgte dafür, dass das Helmvisier ziemlich beschlug. Zusätzlich war die von Bitumenstreifen übersäte Straße ziemlich rutschig, sodass wir bei der Bergabfahrt vorsichtig zu Werke gehen mussten.



In Predlitz haben wir beim Steinerwirt eine erste Pause eingelegt und uns mit einer leckeren Kaasknödelsuppe aufgewärmt.



So gestärkt ging es weiter an der Mur entlang. In Altenmarkt schwenkten wir dann ins Gurktal ein. In Gurk haben wir uns den imposanten Dom angeschaut.



Gleich hinter Gurk ging es über eine kleine und wenig befahrene Landstraße bis Sankt Veit an der Glan. Über Feldkirchen sind wir zum Ossiacher See gefahren, um in Bodensdorf nach rechts auf die Gerlitzen Hochalpenstraße einzubiegen. Gleich hinter Kehre 4 endete unser Abstecher zum Gerlitzengipfel, denn am Gasthaus Mathiasel hatten wir unser Ziel mit dem tollen Ausblick auf den Ossiacher See bereits erreicht. Neben der grandiosen Aussicht haben wir dort den köstlichen Topfenstrudel mit Schlagober und Vanilleeis genossen.







Nach 213 Kilometern endete unsere Ausfahrt beim Jakelbauer. Es war zwar reichlich frisch und häufig auch wolkenverhangen bei unserer heutigen Tagestour, doch wir hatten nicht einen Tropfen Regen abbekommen.