Seite 3 des Tourberichtes "Kärnten 2011"

Für den Kulturteil unseres Motorradurlaubs hatten wir uns für die Rose am Wörther See - die hübsche Stadt Klagenfurt - entschieden.

Klagenfurt bietet etwas für jeden Geschmack.  Die Stadt liegt mitten im Grünen, hat ein langes Ufer am schon benannten Badesee und vor allem ein wunderbares Stadtbild, in dem sich rund 450 Jahre Stadtgeschichte in ihrer schönsten Ausprägung widerspiegeln.

Es lohnt sich, für die pulsierende Stadt am Seeufer ein wenig Zeit zu nehmen und das internationale Flair der Kärntner Landeshauptstadt zu erkunden.

Wo sonst im südlichen Österreich kann man modernes Leben und Kaffeehauscharme in einer historisch so wertvollen Altstadt erleben, die aus der Hand italienischer Baumeister stammt?

So gibt es in der Klagenfurter Altstadt die schönsten Innenhöfe, Denkmäler und historische Gebäude zu entdecken.

Und wer gerne durch Einkaufsstraßen flaniert, findet in Klagenfurt am Wörthersee alles: von feinsten Designer-Stücken über Souvenirs bis zu traditionellen Kärntner Spezialitäten.

Was mich allerdings besonders beeindruckte war der Wochenmarkt, über den wir bei unserer Stadterkundung schlenderten. Dort gab es Gemüse und Früchte zu entdecken, von deren Existenz mir bis dahin nichts bekannt war.

Nächste Station auf unserem Kulturtrip rund um den Wörther See war Maria Wörth. Die Wörtherseegemeinde Maria Wörth ist gerade einmal 17,30 km² groß und zählt rund 1.500 Einwohner. In der Urlaubssaison beherbergt die Gemeinde am mondänen Südufer des Wörther Sees zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland.

Die berühmte Wallfahrtskirche Maria Wörth erhebt sich auf einer Halbinsel am Südufer des Wörthersees. Ende des 9. Jahrhunderts wurde an dieser Stelle eine Marienkirche erbaut. Die Reliquien der Heiligen Primus und Felizian kamen von Rom nach Maria Wörth. Dadurch erlangte die Kirche als Missionszentrum hohes Ansehen.

Um 1146 wurde in Maria Wörth nach Maria Saal das zweite Kollegiatstift in Kärnten gegründet. 1155 wurde neben der nunmehrigen Stiftskirche eine zweite, kleinere Kirche (Rosenkranzkirche) als Pfarrkirche mit wertvollsten Fresken aus dem 12. Jahrhundert errichtet. 1399 standen beide Kirchen in Flammen, der Wiederaufbau dauerte bis ins 15. Jahrhundert.

Last but not least war dann auch Velden am Wörther See Ziel unseres heutigen Ausflugs. Promenade, Casino, Filmkulisse, das kennt man von Velden. Velden weist eine lange Tradition als Erholungs- und Badeort für die oberen Zehntausend auf und besticht mit einem großen Angebot in Sachen Sport, Spaß und Unterhaltung. Velden spielt mit seinem Casino nicht nur bei Freunden der Roulettekugel eine große Rolle, sondern genießt auch als Society- und Partytreff weit über die Grenzen Österreichs hinaus einen besonderen Ruf.

Kurz gesagt, Velden hat von all dem im erstaunlichem Ausmaß zu bieten, was Angie und ich in unserem Motorradurlaub garantiert nicht suchen. Immerhin gibt es einen Original Harley Davidson Shop. Dort kann man zwar keinen amerikanischen Edelstahl auf zwei Rädern, dafür aber reichlich überteuertes Möchtegern-Motorrad-Outfit erwerben. Uns war an diesem Tag nicht nach Champagner, Shrimps und Kaviar. Daher stillten wir unseren Hunger mit einer Leberkaas-Semmel am Imbissstand vor einem Supermarkt. Und Abends wartete schließlich noch das schmackhafte Essen aus Gerlindes Küche auf uns.

Samstag 18.06.2011

Kultur und mondänes Ambiente am Ufer des Wörthersees hatten wir am Freitag genug. Und da es am Sonntag gleich nach dem Frühstück in Richtung Heimat gehen sollte, galt es an diesem Tag noch einmal Motorradkilometer zu sammeln. Doch für eine große Tour langte es leider am letzten Tag unseres Kärnten-Aufenthalts nicht. Denn am Nachmittag mussten schließlich die Motorräder verladen werden.

Was lag da also näher, als noch einmal in den Nockbergen die schönste Motorradstraße der Region zu befahren. Die zahlreichen Kurven und Kehren der Nockalmstraße waren in diesem Motorradurlaub auch zu Angies Lieblingsstrecke geworden.

Oben in den Nockbergen wurde es empfindlich kalt. So wärmten wir uns in der Pfandlhütte am Ende der Nockalmstraße gerne auf und gönnten uns eine deftige Brotzeit. Mit den anderen Gästen der Almhütte kamen wir schnell ins Gespräch. Und natürlich war auch das bescheidene Wetter der letzten zwei Wochen Thema. Passend zu dieser Unterhaltung prasselten dann die ersten Regentropfen gegen die Scheiben der Hüttenfenster. Der Hüttenwirt trieb uns dann zum Aufbruch, indem er etwas über Schneefall in den nächsten Stunden mutmaßte.

Vor Schnee wurden wir auf der Rückfahrt die Nockalmstraße hinab verschont. Doch Regen gab es reichlich. So konnten wir die letzten Kehren unseres Motorradurlaubs nur temporeduziert befahren.

Sonntag 19.06.2011

Wie geplant ging es nach dem Frühstück zurück nach Essen. Gleich nach Antritt unserer Rückreise zeigte sich, dass der Wirt der Pfandlhütte Recht behalten hatte. Die Gipfel der umliegenden Berge waren mit einer frischen Puderzuckerschicht überzogen. 

Ohne irgendwelche Zwischenfälle kamen wir nach etwa 11 1/2 Stunden in Burgaltendorf an. Auch wenn das Wetter nicht so ganz gepasst hat, war es wieder richtig schön beim Jakelbauern. Auf 2.251 Motorradkilometer haben wir es während unseres Kärnten-Aufenthaltes gebracht.  Und wisst ihr was? Im nächsten Jahr kommen wir wieder. Nur eine Bitte hätten wir noch an die Familie Unterkofler: Lasst bei unserem Aufenthalt im Sommer 2012 die Sonne für uns scheinen.