13.08. bis 15.08.2010

 Weidenbach in der Vulkaneifel

Nach unserer Allgäu-Tour im Sommer des Jahres war der Alltag schnell wieder eingekehrt. Und so haben wir uns überlegt noch einmal eine Wochenend-Tour zu unternehmen. Im letzten Jahr waren wir mit den Motorradfreunden Burgaltendorf im Pappelhof in Weidenbach zu Gast. Und dieses Hotel haben wir uns für unseren Kurztrip erneut ausgeschaut.

Und da Motorrad fahren in netter Gesellschaft noch mehr Spaß bereitet, haben wir unsere Tour in die Vulkaneifel gemeinsam mit unserem Arbeitskollegen Helmar und seiner Freundin Petra geplant. Gestartet sind wir dann direkt nach Feierabend von unserer Firma in der Essener Innenstadt aus. Nur Petra musste länger arbeiten. Sie ist dann am Freitag Nachmittag mit dem Auto von Düsseldorf angereist.

unser Hotel



www.pappelhof.de

Freitag 13.08.2010



Die Wetterprognose war an diesem Freitag dem 13. nicht wirklich gut. Und der latent vorhandene Aberglaube verstärkte meine Ängste beim Blick aus dem Bürofenster und die vorbeiziehenden dunklen Regenwolken auch noch ein wenig. Als wir dann um 13:15 Uhr die BMW´s aus der Tiefgarage steuerten blieb es zunächst trocken, doch in Velbert klatschten dann die ersten Regentropfen gegen das Helmvisier. Doch schon in Remscheid wurde es etwas besser und wir kamen über die schönen Straßen des oberbergischen Kreises gut voran. In Linz haben wir dann mit der Fähre über den Rhein gesetzt.





In Ahrweiler haben wir dann eine Pause eingelegt und uns in einer SUBWAY-Filiale ein wenig gestärkt. Die Bedienung war freundlich und nett, mit unserer Bestellung aber schon fast überfordert. So dauerte es eine ganze Zeit, bis wir essen konnten und unsere Pause fiel länger als geplant aus. Und wir hatten noch eine ziemliche Wegstrecke vor uns.



Weiter ging es durch das schöne Ahrtal, an Weinbergen und schroffen Felswänden vorbei bis nach Burgsahr. Über die kurvenreiche Münstereifeler Straße ging es über Effelsberg und dann über Mahlberg und Esch nach Schuld. Nun fuhren wir lange Zeit an der Ahr entlang bis nach Müsch. Von dort ging es über Nohn, Zilsdorf, Kirchweiler und Neroth bis Oberstadtfeld. Die B 257 führte uns dann bis nach Weidenbach, wo wir nach 250 Kilometern trockener als erwartet unsere Motorräder in der Motorradgarage des Pappelhofs abstellen konnten.



Petra war kurz vor uns angekommen. Wir haben unsere Zimmer bezogen und uns dann zum Essen in den Speisesaal begeben. Unseren ersten Abend in der Eifel haben wir dann noch im Wintergarten unseres Hotels genossen. Es gab das ein oder andere Bitburger und einen leckeren Obstler. Es war ein gemütlicher Abschluss eines schönen ersten Tourtages.


Samstag 14.08.2010



Die Track-Aufzeichnung zeigt dem Fachmann, dass hier irgendetwas mit der ursprünglich geplanten Route nicht funktioniert hat. Das kann ich dann wohl bestätigen. Ich hab es mir bei der Samstagstour recht einfach gemacht und eine geplante Rundfahrt eines Kollegen aus dem Vorjahr übernommen. Rundfahrten haben allerdings die Eigenschaft, dass Start- und Zielpunkt übereinstimmen. Und so kann es passieren, dass sich nach wenigen Metern Fahrt
die freundliche Stimme aus dem GARMIN zumo meldet: "Sie haben ihr Ziel erreicht."
 



So ist es auch mir an diesem Samstag Morgen ergangen, mit dem Ergebnis dass sowohl die Tourplanung als auch die gute Laune schlagartig zum Teufel waren. Also haben wir uns notgedrungen spontan Zwischenziele gesetzt und sind diese angefahren. Da allerdings einige Routeneigenschaften im Navi falsch eingestellt waren, gestaltete sich unsere Tour zunehmend als Fahrt ins Blaue. Eine tolle Erfahrung, doch bekanntlich ist ja der Weg das Ziel. Und einige ungeplant gefahrene Streckenabschnitte waren so beeindruckend, dass wir sie gleich mehrfach durchfahren haben.




Unser erstes Ziel war das schöne Städtchen Cochem an der Mosel. Cochem ist die Kreisstadt und der größte Ort des rheinlandpfälzischen Landkreises Cochem-Zell. Mit knapp 5000 Einwohnern ist Cochem knapp nach Kusel die zweitkleinste Kreisstadt Deutschlands.



Die Reichsburg Cochem wurde im Jahre 1130 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1151 wurde sie von König Konrad III. besetzt und zur Reichsburg erklärt. Im Jahr 1688 wurde die Burg im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges von Truppen des französischen Königs Ludwig XIV besetzt und 1689 zerstört. Lange Zeit blieb die Burganlage Ruine, ehe sie im Jahre 1868 von dem Berliner Kaufmann Louis Frèderic Jacques Ravenè für 300 Goldmark gekauft und im neugotischenStil wieder aufgebaut wurde. Seit 1978 ist sie im Besitz der Stadt Cochem und steht heute unter der Verwaltung der Reichsburg GmbH.







Petra berichtete von ihrem lang gehegten Wunsch, einmal selbst Motorrad zu fahren. Und so nutzte sie die Gelegenheit auf Angies F 650 GS zur Probe zu sitzen. Nachdem die Sitzprobe erfolgreich bestanden wurde, kann Petra nun weiter an der Erfüllung ihres Traums basteln. Helmars Kommentar: "Hähhh....?"




In einem schnuckeligen kleinem Ort, der auf unserer Wegstrecke lag, haben wir in einem schnuckeligen Kaffee auf einem schnuckeligen Marktplatz eine Pause eingelegt und uns mit Speis und Trank gestärkt.



Als nächstes Zwischenziel hatten wir uns den Moselort Bernkastel-Kues ausgeguckt. Da das Navi, wie bereits geschildert, ein gewisses Eigenleben entwickelte, fuhren wir nicht gerade den direkten Weg.
 



Irgendwie haben wir es trotzdem bis zu diesem vom Tourismus geprägten Weinort geschafft und die Motorräder direkt am Moselufer geparkt.
 






Auf dem Rückweg in die Vulkaneifel haben wir diesen schönen Aussichtspunkt mit Fernblick auf gleich zwei Burgruinen entdeckt. Natürlich haben wir für ein paar Schnappschüsse gehalten. Für das Benutzen der Bank an diesem Aussichtspunkt bestanden übrigens verschärfte Sicherheitsbestimmungen. Es bestand Helmpflicht und das Tragen von Sicherheitsbekleidung war ebenfalls vorgeschrieben.
 





Bereits bei der Eifeltour im Jahr 2008 hatte ich gemeinsam mit Thommy das Kaufhaus Jung in Wallenborn mit Penzoil-Tankstelle und tuberkulosefreiem Rinderbestand entdeckt. Und dieses touristische Highlight wollte auch Helmar sich nicht entgehen lassen. Diesmal hatten wir sogar einen ortsansässigen Führer, der uns einiges über die Familie Jung, das besondere Angebot dieses Kaufhauses und die Erbfolge berichten konnte. Doch lange wird es dieses Ausflugziel wohl nicht mehr geben. Denn es sollen einige Gebäude im schönen Örtchen Wallenborn wegen der geplanten Dorferneuerung weichen. Mit einigen Neubauten möchte man junge Familien nach Wallenborn locken.





Und so nutzte Helmar noch einmal das besondere Angebot der ortsansässigen Penzoil-Tankstelle für eine wohltuende Druckbetankung. Auch dem wallenden Born, genannt Wrubbel, haben wir noch einen Besuch abgestattet. Dieser Kaltwasser-Geysier ist bekanntlich das eigentliche Wahrzeichen und der Namensgeber des Eifeldorfes Wallenborn.

Nach diesem Ausflug zu den Sehenswürdigkeiten der Vulkaneifel fuhren wir zurück zu unserer Unterkunft. 259 Kilometer waren wir an diesem Tag auf ungeplanten Wegstrecken unterwegs. Da hatten wir uns ein paar erfrischende Kaltgetränke im Biergarten des Pappelhofes redlich verdient.

Sonntag 15.08.2010

Die Wetterprognose für den Sonntag war nicht wirklich gut. Und schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag prasselte der Regen lautstark gegen unser Zimmerfenster. Und das sollte sich auch bis zum frühen Morgen nicht mehr ändern. So haben wir beim Frühstück beschlossen den direkten Weg über die Autobahn zu nehmen um so schnell wie möglich nach Hause zu kommen.



Die Vorbereitungen vor unserer Abfahrt nahmen schon ein wenig Zeit in Anspruch. Es ist eben garnicht so einfach, sich die Regenkombi über die Motorradbekleidung zu streifen.









Genau drei Stunden haben wir für die 202 Kilometer zurück nach Burgaltendorf benötigt. Und da sind bereits ein Tankstopp und eine kurze Pause unter dem schützenden Dach einer Autobahnraststätte eingerechnet. Es regnete heftig und ohne nennenswerte Unterbrechung. Zusätzlich erschwerte dichter Nebel auf der A 1 die Sicht. Doch wir sind wohlbehalten zu Hause angekommen. Und bis zum nächsten Wochenende sind Handschuhe und Stiefel sicher wieder trocken.

Trotz der beschwerlichen Rückfahrt war es ein schönes Wochenende, welches nach Wiederholung ruft. 710 Kilometer waren wir unterwegs und wir haben viele schöne Ecken in der Eifel und an der Mosel entdeckt.