Montag, 24.08.2009

Nach der Königsetappe vom Vortag wollte es Angie heute einmal etwas ruhiger angehen lassen. So sind wir zunächst einmal in Richtung "Großer Arber" gefahren. Der mit 1456 Metern höchste Berg des Bayerischen Waldes ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Wir haben uns die Seilbahnstation angeschaut, die oft schon ab Oktober zahlreiche Wintersportler in ihr Revier und im Sommer Ausflügler und Wanderer in luftige Höhen bringt.
 

 

 

 
Auch dem großen Arbersee, wo es einen der bekanntesten Bikertreffs der Region gibt, haben wir unsere Aufwartung gemacht. Kurz bevor dann bereits zur frühen Stunde die ersten Reisebusse Touristenmassen an diese Ziele beförderten, haben wir Reißaus genommen. Wir sind die kurvige Straße hinab in Richtung Bodenmais gewedelt, wo wir die BMW´s mit frischem Sprit für den heutigen Tag versorgt haben.

Unser nächstes Ziel war das kleine Bauernhausmuseum in Lindberg bei Regen. Durch die bereits mehrfach beschriebenen Umleitungen, war bereits die Fahrt nach Lindberg ein kleines Abenteuer. Das nächste Problem war es, in dem recht hügeligen Ort Lindberg eine einigermaßen waagerechte Abstellfläche für unsere Motorräder zu finden. Nachdem auch dieses Problem gelöst war und Helme und Motorradjacken in den Gepäckkoffern verstaut waren, machten wir uns auf den kurzen Fußweg zum Bauernhofmuseum. Dort angekommen mussten wir dann feststellen, dass das Museum Montags geschlossen hat. Wenigstens ein paar Außenaufnahmen von den historischen Gebäuden konnten wir aber machen.
 

 

 
Auf Angies Vorschlag hin, haben wir dann die Stadt Straubing als nächstes Ziel unseres Tagestrips ausgeschaut. Allein auf dem Weg von Lindberg nach Straubing habe ich vier Umleitungen gezählt. Das Navi führte uns daher einmal mehr durch interessante Landschaften und verschlafene Nester. So wurde es auch nicht wirklich etwas mit unserem Vorsatz, heute mal weniger Kilometer zu machen.

Wir haben uns die Altstadt von Straubing und eine von Kamelitermönchen geführte Barockkirche angeschaut, in der es an diesem heißen Tag übrigens angenehm kühl war.
 

 

 

 
Später haben wir uns über St. Engelhard und Viechtach auf den Heimweg gemacht. Auch hier sind wir natürlich nicht ganz ohne Umleitungen ausgekommen.  Angie wollte zum Abschluss noch in Bodenmais ihre dritte Glasmanufaktur besichtigen. Ich hab mich dann doch für den Weg über Asbach nach Drachselsried entschieden. Dort angekommen habe ich die Motorradklamotten gegen eine kurze Hose eingetauscht, den Sonnenschirm auf unserem Balkon aufgespannt und mir ein Drachselsrieder Lager aus dem Kühlschrank geholt. Mit den 243 Kilometern heute haben wir es ja halbwegs entspannt angehen lassen. Und mit solch einem erfrischenden Kaltgetränk aus der Drachselsrieder Schlossbrauerei, bekommt solch ein schöner Tag dann noch das sprichwörtliche Sahnehäubchen.

Weitere kalorienreiche Sahnehäubchen gab es dann am Abend noch im Biergarten unserer Pension. Während ich mich für den Grillteller entschieden hatte, wählte sich Angie einen Zwiebelrostbraten aus dem reichhaltigen Angebot der Speisekarte aus.
 

 

Dienstag, 25.08.2009

An unserem letzten Ferientag im Bayerischen Wald haben wir es zumindest fahrtechnisch ruhig angehen lassen. Dafür haben wir uns nochmal für ein kleines Kulturprogramm entschieden. So führte unser erster Wegabschnitt zur Burgruine Altnußberg in die Gemeinde Geiersthal.

In den Jahren 1983 bis 1999 wurde die mit Erdreich, Bäumen und Sträuchern überwachsenen Überreste der mittelalterlichen Burg Altnußberg freigelegt, archäologisch erforscht und restauriert.
 

 
Die freigelegten Mauern brachten Gewißheit über die Größe der Burg und die Lage und Art der verschiedenen Baulichkeiten. Die gesamte Anlage besaß eine Länge von ca. 240 m und eine Breite von maximal 80 m.


 
Nachdem wir uns ausgiebig mit der Geschichte rund um die Burgruine befasst hatten, führte uns unser Weg noch einmal durch den Nationalpark zum Museumsdorf Bayerischer Wald.
 

 
Das Museum ist eines der bedeutendsten Freilichtmuseen Europas. Hier können über 100 Gebäude besichtigt werden, die aus den Jahren 1580 bis 1850 stammen.
 

 
Zum Museumsdorf gehört auch eine große volkskundliche Sammlung des Bayerischen Waldes mit über 60.000 Objekten, daher wurde das Museum auch in die Liste "national wertvolles Kulturgut" aufgenommen.
 


Unter anderem beherbergt das Museum auch die älteste Volksschule Deutschlands. Das Gebäude ist eine wahre Rarität. Das Haus wurde zwischen 1666 und 1670 erbaut und war auch Rathaus und Gefängnis.
 

 
Das Museum ist auch letzte Heimat einiger Oldtimer und Traktoren geworden. So können im Museumsdorf Traktoren der Firma Lanz ab Baujahr 1921 besichtigt werden.
 

 
Zahlreiche alte Handwerke können im Museumsdorf erkundet werden. Neben einem Steinmetzbetrieb kann auch die Malzdarre und das Sudwerk der ehemaligen Brauerei Bachl aus Bärndorf bei Kötzting besichtigt werden.
 

 
Zum Museumsdorf gehört auch das historische Gasthaus Mühlhiasl, welches täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet ist.
 

 
Bevor wir nach diesem Museumsbesuch zurück zur Pension fuhren, haben wir noch einmal Bodenmais einen letzten Besuch abgestattet. Nicht, dass wir uns nochmals ins Touristengewühl schmeissen wollten. Der Grund hierfür war einfach, dass wir am Geldautomaten unsere leeren Geldbörsen füllen mussten. Schließlich sollte am heutigen Abend die Pensionsrechnung bezahlt werden.

Nach jeder Menge Kultur und weiteren 155 Kilometern Nationalpark Bayerischer Wald, verbrachten wir noch einmal einen gemütlichen Abend im Biergarten unserer Pension.

Mittwoch, 26.08.2009

Nach dem gewohnt guten Frühstück hieß es nun leider schon wieder Abschied nehmen. Die Motorräder hatten wir bereits am Abend zuvor verladen. Und unser Gepäck war schnell verstaut. Unsere Rückreise nach Essen verlief ohne Probleme oder größere Staus. Nach 8 1/2 Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel.

Fazit

Einige Bekannte hatten uns ein wenig vor einem Urlaub im Bayerischen Wald gewarnt. So soll das Wetter oft regnerisch sein. Unsere Bilanz ist da weitaus positiver. Bis auf einen Tag hat uns die Sonne verwöhnt. Mit der Pension Köpplwirt waren wir mehr als zufrieden. Die Zimmer waren freundlich und sauber. Der Service passte perfekt. Das Frühstücksbuffet war ausgezeichnet und vom abendlichen Essen waren wir schlichtweg begeistert. In der Tat kann man im Bayerischen Wald noch wirklich preiswert Urlaub machen. Auch die familiäre Atmosphäre in unserer Pension hat uns gut gefallen.

Natürlich bietet der Bayerische Wald keine fahrerischen Herausforderungen wie z. B. die Alpenregion. Dafür kann man wunderbar im Takt der Straßenführung durch die Kurven wedeln. Die offenen Grenzen zur Tschechischen Republik sind ein weiterer Pluspunkt für einen Urlaub im Bayerischen Wald. Denn dort im Böhmerwald gibt es noch einiges zu entdecken. Wir sind in etwas mehr als einer Woche reiner Fahrzeit 1.745 Kilometer in den Sätteln unserer Motorräder unterwegs gewesen. Das kann sich doch sehen lassen.

Wem die bayerische Lebensart gefällt und für kulturelle Angebote aufgeschlossen ist, der findet in der Region alles was das Herz begehrt. Uns hat unser Aufenthalt im Bayerischen Wald wirklich gut gefallen. Wir hoffen, dass wir noch lange an diesen schönen Urlau zurückdenken, wenn uns der Alltag mal wieder einholt.