Das Hahntennjoch ist aber auf jeden Fall eine wirklich interessante Strecke und uneingeschränkt zu empfehlen. Allerdings ist Vorsicht geboten, da es häufige Muhrenabgänge gibt. Auf knapp 1.900 Metern Höhe wehte der erhoffte kühle Wind und die Aussicht war einfach gigantisch.




In Imst haben wir uns dann mit einem erfrischenden Kaltgetränk versorgt. Dann ging es auf den Fernpass, der uns zurück nach Füssen brachte. Am Hopfensee haben wir beim Wiesbauer eine letzte Rast eingelegt. Dort wurde am Folgetag das Viertelfinale Deutschland - Argentinien übertragen. So hatten wir gleich einen schönen Platz fürs Public Viewing gefunden.


 


Vom Wiesbauer ging es dann zurück nach Roßhaupten. Heute konnten wir die 200 Kilometer-Marke nicht knacken. Aber 191 Kilometer bei 35 Grad Celsius sind auch schon eine Leistung.

Samstag 03.07.2010

An diesem Samstag war keine größere Tour geplant. Denn diesmal gingen die Interessen von Angie und mir ein wenig auseinander. Und das sollte in einer gut funktionierenden Partnerschaft auch einmal möglich sein. Während Angie also mit ihrer F 650 GS die nähere Umgebung erkundete, habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Ich wollte schon länger einmal die BMW Motorrad Days in Garmisch Partenkirchen besuchen. Und die 10jährige Jubiläumsveranstaltung fiel nun rein zufällig in unseren Urlaub. Eine wirklich günstige Gelegenheit also, mir meinen Wunsch zu erfüllen. Also hab ich mich gleich nach dem Frühstück auf den Weg gemacht und bin die paar Kilometer nach Garmisch gedüst. Und schon auf dem Hinweg konnte ich feststellen, es waren zahlreiche Motorräder der Marke BMW auf den Straßen unterwegs.


 

Zum zehnten Jubiläum der BMW Motorrad Days meinte es das Wetter ganz besonders gut. Bei hochsommerlichen Temperaturen konnten die mehr als 35.000 Fahrer und Fans der Marke BMW Motorrad nicht nur einen neuen Besucherrekord, sondern drei Tage lang ein rauschendes Fest feiern. Aus der ganzen Welt strömten auch in diesem Jahr wieder begeisterte BMW Motorradfahrer nach Garmisch Partenkirchen, um gemeinsam ein unvergessliches Wochenende zu erleben.


Und dass die Veranstaltung gut besucht war, zeigte sich gleich bei der Ankunft. Die umliegenden Parkplätze waren gut mit BMW´s aller Baureihen gefüllt. Geparkt wurde auf den umliegenden Wiesen. Einige erprobte BMW-Motorrad-Days-Teilnehmer hatten sich Holzbrettchen zum Unterlegen des Seitenständers mitgebracht. Mir wurde es schon mulmig, als ich feststellte, wie der Hauptständer meiner RT ein wenig unter der Grasnarbe versank. Das Thema "Hauptständer" wird uns dann noch an einer anderen Stelle des Reiseberichtes beschäftigen.



Besonders das attraktive Veranstaltungsprogramm, das diesmal ganz im Zeichen des 30-jährigen Geburtstags der BMW GS stand, hatte einige Überraschungen zu bieten. Neben diversen Testfahrten, Motorradkorsos durch das Umland, spektakulären Stuntshows und der ausgelassenen Partystimmung, erwarteten die Besucher mit der Prämierung besonderer GS Modelle und der Verlosung von zwei BMW Sondermodellen „30 Years GS“ noch zwei absolute Highlights auf den Days. Unter die zahlreichen Gäste mischten sich auch 2010 wieder viele Prominente, wie z.B. die Schauspieler Bettina Zimmermann und Hannes Jaenicke, die die einmalige Gelegenheit nutzten, sich mit den anderen Besuchern vor Ort über die neusten Produkte von BMW Motorrad und die Innovationen im Zubehör- und Dienstleistungsbereich zu informieren.



Großer Beliebtheit erfreute sich das umfangreiche Angebot an exklusiven Probefahrten, das es dem interessierten Publikum ermöglichte, die Modellpalette der Marken BMW Motorrad und Husqvarna einmal ausgiebig selbst zu „erfahren“. Insgesamt mehr als 950 Fahrer waren letztendlich während der drei Tage mit Maschinen von BMW Motorrad auf der Straße unterwegs, davon 700 auf der Endurostrecke am Hausberg und 300 mit der BMW G 450 X und Husqvarnas auf dem anspruchsvollen x-track-Parcours. Die Equipe vom Team BMW Husqvarna Motorsport nutze ihre Auftritte auf dem x-track gleichwohl, um den Zuschauern bei kurzen Show-Rennen einige Kostproben ihres Könnens zu geben. In der Freestyle Area begeisterte der vierfache Stuntriding-Weltmeister und frisch gebackene deutsche Meister Chris Pfeiffer das Publikum. Die atemberaubenden Stunts, bei denen er die Gesetze der Physik auf den Kopf zu stellen scheint, zählten auch an diesem Wochenende zu den Höhepunkten im Programm. Nicht minder spektakulär war das akrobatische Showprogramm von Igor Obu und dessen Partner Stefan Schlie mit ihren BMW Mountainbikes.





Diese schön gestaltete echt bayerische BMW mit Zulassungskennzeichen aus Garmisch Partenkirchen erregte bei den Zuschauern einiges an Interesse. Die Maschine, die von einem in Tracht gekleideten Original gefahren wurde hatte zahlreiche alpenländische Sonderausstattungen, die es so weder bei Wunderlich noch bei Hornig zu erstehen gibt. Die Seitendeckel der BMW waren mit einem Porträt vom Märchenkönig, Ludwig II, versehen.


 
Am Seitenkrümmer des linken Zylinders war ein stilechter Henkelmann montiert, mit dem sich ein paar Weißwüste mit der Motorrwärme des Boxermotors erhitzen lassen konnten. Hut ab, vor so viel Ideenreichtum.
 


Insgesamt war die Jubiläumsausgabe der BMW Motorrad Days wieder ein ein verbindendes und gleichsam unvergessliches Spektakel für alle Fans der Marke. Diese Einschätzung teilen auch der Erste Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen Thomas Schmid und Hendrik von Kuenheim, Leiter BMW Motorrad. Beide Seiten sind an der Fortführung dieser fast schon familiären Partnerschaft interessiert und so darf sich die Fangemeinde schon heute auf die 11. BMW Motorrad Days freuen. Das Datum 01. – 03. 07.2011 sollte man sich also schonmal vormerken.

Die BMW-Motorrad Days 2010 waren schon ziemlich beeindruckend. So viele BMW´s auf einem Haufen habe ich vorher noch nicht gesehen. Es waren Motorradfreunde aus Italien, Frankreich und aller Herren Länder vertreten und die Veranstaltung war echt professionell aufgezogen. Allerdings staute sich die Hitze auf dem Veranstaltungsgelände ziemlich. So war ich froh, als ich den Heimweg nach Roßhaupten antreten konnte. Darüber hinaus stand ja am Nachmittag noch, das mit Spannung erwartete, Viertelfinale Argentinien gegen Deutschland an.

Wir haben das Spiel umsonst und draußen bein Wiesnbauern am Hopfensee verfolgt. Beim gemeinsamen Fußball gucken haben wir dann auch gleich ein paar nette Leute kennen gelernt.


 

 
Und was soll ich sagen? Es war ein wirklich gelungener Nachmittag. Was niemand für möglich gehalten hätte, die deutschen Jung-Nationalspieler schickten die Gauchos mit einer deutlichen
4 : 0 - Klatsche nach Hause auf die argentinischen Rinderweiden.

Don`t cry for me Argentina. Schade Diego, alles ist vorbei.

Das Sommermärchen aus Südafrika ging weiter. Wir haben das Spiel beim Rudel-Gucken genossen. Die Stimmung beim Wiesnbauern war prächtig. Und das Bier im Biergarten unserer Pension hat uns an diesem Abend gleich nochmal so gut geschmeckt. Nur 112 Tourkilometer heute. Und trotzdem galt: "Ein schöner Tag .....".


Sonntag 04.07.2010


Nach der aktuellen Wetterprognose auf Antenne Bayern sollten die Temperaturen heute bei angenehmen 28 Grad Celsius liegen. Dafür gab es aber auch eine Unwetterwarnung für die gesamte Alpenregion. Mit heftigen Niederschlägen und Gewittern war zu rechnen.

Und da es auf den einschlägigen Motorradstrecken und Alpenpässen an den Wochenenden ohnehin recht voll werden kann und auch noch zahlreiche Besucher der BMW Motorrad Days in der Region unterwegs waren, haben wir uns für eine Flachetappe entschieden, die wir noch von der Alpentour 2007 in Erinnerung hatten.

Wir sind über Oberammergau und Garmisch Partenkirchen nach Wallgau gefahren um dann über eine kleine Mautstraße bis nach Vorderriß zu gelangen. Dort haben wir uns in einem schön gelegenen Biergarten eine Spezi und einen Milchkaffee gegönnt.



 


Von Vorderriß aus fuhren wir weiter zum Sylvensteinsee, wo wir einen kurzen Fotostopp eingelegt haben. Der Sylvensteinspeicher, auch Sylvensteinstausee oder schlicht Sylvensteinsee genannt, ist ein fjordartiger Stausee im Isarwinkel südlich von Lenggries an der Straße von Bad Tölz zum Achensee, der 1954 bis 1959 für den Hochwasserschutz im Isartal gebaut wurde.


 

 
Vom Sylvensteinspeicher aus fuhren wir auf den Achenpass. Der Achenpass ist einer der wenigen innerdeutschen Alpenpässe und Teil der Deutschen Alpenstraße. Für Motorradfahrer ist die sehr gut ausgebaute Passstraße zwischen Wildbad Kreuth und dem Grenzübergang Deutschland – Österreich  eher als Zubringer in Richtung Innsbruck interessant - der Fahrspaß hält sich  in bescheidenen Grenzen. Nächstes Etappenziel war dann auch Wildbad Kreuth, wo auch schonmal Klausurtagungen der CSU stattfinden.

Die Uferstraße des Tegernsees war duch zahlreiche Sonntagsausflügler ziemlich verstopft. Unseren nächsten Zwischenstopp haben wir daher erst in Bad Tölz eingelegt. Dort haben wir uns die Altstadt angeschaut und ein Eis gegönnt.


 




Nach unserem Aufbruch in Bad Tölz zogen einige dunkle Wolken auf. Kurz vor Murnau öffnete der Himmel dann endgültig seine Schleusen. Wir haben eine Menge Regen abbekommen. Und nach den sintflutartigen Regenfällen hatte Angies F 650 GS ein Problem mit der Elektronik. Die ABS-Leuchte blieb an, dafür waren Tachometer und Kilometerzähler auf einmal ohne Funktion. Es blieb daher abzuwarten, ob der Fehler am nächsten Morgen im trockenen Zustand der Maschine erneut auftauchen würde. Ansonsten mussten wir wohl eine Werkstatt ausuchen.

Je weiter wir zurück nach Roßhaupten kamen, um so mehr klarte es auf. Das Allgäu zeigte sich mal wieder von seiner schönsten Seite. Als ich mich an unserer Pension angekommen, aus den Regenklamotten pellte, haben mich einige der Biergartenbesucher, die im Schatten der großen Sonnenschirme ein erfrischendes Bierchen zischten, schon ein wenig merkwürdig angeschaut.

Einen weiteren technischen Defekt gab es dann am Abend zu vermelden. Die Track-Dateien aus meinem Garmin zumo liessen sich nicht mehr auf meinem Notebook abspeichern. Ziemlich ärgerlich, da ich mir angewöhnt habe die Tagestouren für den späteren Bedarf abzuspeichern. Man kann ja nie wissen. Der technische Support von GARMIN, den ich am gleichen Abend angemailt habe, hat zwar recht schnell und ausführlich geantwortet. Doch leider reichte mein Englisch nicht, um die technischen Anweisungen zur Datenbereinigung auf dem Notebook umzusetzen. So muss ich wohl zunächst auf meine Datensicherungen verzichten.

Noch während ich diese Notizen in meinem Reisetagebuch niedergeschrieben habe, waren Regen und Gewitter auch am Gasthof Adler in Sameister angekommen. Trotz dieser kleinen Unzulänglichkeiten können wir heute weitere 219 Kilometer auf unserem Tourkonto gutschreiben.

Montag 05.07.2010

Obwohl die Wetterprognose häufige Schauer vorhersagte, haben wir uns heute an unsere bisherige Königsetappe herange-macht. Voraussetzung hierfür war natürlich, dass die Elektronik von Angies BMW mitspielte. Nach einer kurzen Testfahrt kam das Okay von meiner Begleiterin. Also konnte es losgehen.
 


In Österreich ging es zunächst über die längst bekannte B 179 und später über den Fernpass, der uns ebenfalls des öfteren unter die Reifen gekommen ist. Später fuhren wir über die B 189 bis Imst, bevor es dann in Arzl in das Pitztal ging. Die Straßen wurden dann recht eng, dafür um so kurviger. Den ersten Zwischenstopp haben wir auf der Piller Höhe eingelegt.


 


Von der Piller Höhe aus fuhren wir weiter bis nach Kaunertal. An der Mautstation haben wir Tickets für die Motorräder gelöst. 12 ,00 € je Maschine sind ein stolzer Preis. Dennoch hat sich die Investition gelohnt. Denn alles was nach der Mautstation kam, war ein unvergessliches Erlebnis.


 

 


Die Kaunertaler Gletscherstraße schraubt sich in 26 Kilometern Länge von 1.273 Metern auf 2.750 Meter Höhe. Um die Höhendifferenz von knapp 1.500 Metern zu überwinden, muss man sein Motorrad durch 29 Kehren manövrieren. Da sich der Verkehr auf der Passstraße an unserem Reisetag in Grenzen hielt, waren diese 29 kleinen Abenteuer aber gut zu bewältigen. Dafür wurde man mit einem fantastischen Bergpanorama belohnt und in 2.750 Metern Höhe fühlte man sich fast wie in einer anderen Welt. Nach der Hitze der vergangenen Tage waren die 11 Grad Celsius am Fuß des Gletschers eine kleine Wohltat.